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Kadyrow voller Wut: „Verräter“ sollen „Gräben ausheben und Granaten holen“

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Von: Tim Vincent Dicke

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Der tschetschenische Präsidenten Ramsan Kadyrow soll mit Morden an politischen Gegnern in Verbindung stehen. In München wird ein solcher Fall untersucht.
Ramsan Kadyrow droht Männern, die nicht in der Ukraine kämpfen wollen. (Archivbild) © Yelena Afonina/Imago

Viele Männer in Russland wollen nicht in den Ukraine-Krieg ziehen. Tschetschenenführer Ramsan Kadyrow macht das wütend.

Grosny – „Putins Bluthund“ Ramsan Kadyrow ist nicht nur in Russland für seine markigen Worte bekannt. Regelmäßig hat er Wutausbrüche – offenbar treiben ihn die Entwicklungen im Ukraine-Konflikt zur Weißglut. Nun hat der Tschetschenenführer russischen Kriegsdienstverweigerern gedroht. Der Machthaber fordert drakonische Strafen.

Die Strafen für Männer, die sich Russlands Krieg gegen die Ukraine entziehen wollen, seien viel zu schwach, schrieb Kadyrow am Donnerstag (3. November) im Messengerdienst Telegram. Geldbußen oder ein paar Jahre Haft seien „lächerlich“, so der Führer der russischen Teilrepublik, der dort mit harter Hand herrscht.

Kadyrow wütet wegen Entwicklungen im Ukraine-Krieg

Dann startete Kadyrow seine wütende Tirade: „Also geben wir den Flüchtigen eine wunderbare Gelegenheit, in einer Zelle zu sitzen, während unsere tapferen und furchtlosen Jungs ihr Leben an der Front riskieren? Und sie auf Kosten des Staates ernähren? Und werden sie, wenn alles vorbei ist, auf Kosten des Lebens und der Gesundheit anderer, mit einem blauen Auge davonkommen?“

Dieser Staus Quo dürfe nicht aufrechterhalten werden, kommentierte der 46-Jährige, um hinzuzufügen: „Zunächst einmal sollten die Soldaten und Offiziere, die jetzt an der Front sind, die Möglichkeit erhalten, die Strafe für solche Feiglinge zu wählen.“ Diese Männer hätten dazu die „objektivste“ Meinung und könnten am besten für eine gerechte Strafe sorgen. „Glauben Sie mir, dort, unter dem Pfeifen der Granaten, wissen sie genau, welchen Preis der Verweigerer zu zahlen hat.“

Ukraine-Krieg: „Es sind keine Abweichler, sondern echte Verräter“

Die aktuell „lächerlichen“ Geldstrafen müssten drastisch verschärft werden. Russland müsse berechnen, wie viel Kriegsdienstverweigerer bisher an Geld bekommen hätten – inklusive für die Ausbildung, Sozialleistungen und Löhne – und dann 50 Prozent des errechneten Betrags abzwacken. Das wäre eine „angemessene Geldstrafe“. „Und dann marschieren, um Gräben auszuheben und Granaten zu holen!“

Seinen Wut-Post beendete der Vertraute von Kreml-Chef Wladimir Putin mit den Worten: „Es gibt keinen Grund, die Männer zu verhätscheln, die der gesamten männlichen Bevölkerung des Landes Schande bereiten. Sollen doch die Feiglinge für ihre Feigheit bezahlen. Und nennen wir die Dinge beim Namen: Es sind keine Abweichler, sondern echte Verräter und Flüchtige!“

Kadyrow hatte erst kürzlich schwere Verluste bei seiner eigenen Truppe eingeräumt. Bei einem ukrainischen Angriff in dem umkämpften Gebiet Cherson seien 23 Soldaten getötet und weitere 58 verletzt worden, vier davon schwer. (tvd)

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