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Fotos aufgetaucht: Mysteriöse Raketenanlagen auf Regierungsgebäuden in Moskau entdeckt

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Von: Nail Akkoyun

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In Moskau werden Regierungsdächer offenbar mit Luftabwehranlagen ausgestattet. Die Sorge vor Langstreckenraketen aus der Ukraine wächst.

Moskau – In russischen Medien und sozialen Netzwerken kursieren Fotos und Videos von Raketensystemen auf den Dächern mehrerer Gebäude in Moskau. Da die Anlagen offenbar auch auf dem Dach des Verteidigungsministeriums stehen, vermuten einige Beobachter Panzir-S1-Flugabwehrraketen hinter den Gerätschaften.

Die russische Nationalflagge weht in der Nähe des Kremls. (Archivfoto)
Die russische Nationalflagge weht in der Nähe des Kremls. (Archivfoto) © Alexander Zemlianichenko Jr/dpa

Anfang dieser Woche hatten russische Telegram-Kanäle zudem Fotos von S-400-Flugabwehrsystemen veröffentlicht, die nahe dem Nationalpark Lossiny Ostrow und auf den Feldern der Moskauer Landwirtschaftsakademie Timirjasew zu sehen waren. Der Ukrainska Pravda zufolge wurden Bäume in dem Nationalpark gefällt, um Platz für die mutmaßlichen Luftabwehrsysteme zu schaffen.

Sorge vor Raketen aus der Ukraine: Russland installiert Anlagen auf Verteidigungsministerium

Ob es sich dabei tatsächlich um Waffen handelt, ließ sich bislang nicht bestätigen. Die Moskauer Behörden und das russische Verteidigungsministerium haben sich zunächst nicht zu den Berichten geäußert. Die Tatsache, dass auf der Ramstein-Konferenz der Ukraine-Kontaktgruppe die Lieferung von Panzern und Langstreckenraketen an Kiew beschlossen werden soll, könnte jedoch eine gewisse Sorge des Kreml erklären.

Das lettisch-russische Medienportal Meduza berichtet auf Telegram zudem, dass ein Luftabwehrsystem rund 10 Kilometer von Wladimir Putins Residenz installiert worden sei. Das Portal bezieht sich dabei auf Augenzeugenberichte, denen zufolge bereits am 6. Januar nahe dem Anwesen Nowo-Ogarjowo in der Oblast Moskau Arbeiten beobachtet wurden.

Waffen-Lieferungen an die Ukraine: Selenskyj dementiert mögliche Angriffe auf Russland

Verteidigungsminister und ranghohe Militärs aus zahlreichen Ländern beraten am Freitag (20. Januar) auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein in Rheinland-Pfalz über die weitere Unterstützung der Ukraine im Krieg gegen Russland. An dem Treffen nimmt auch der neue Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) teil. Erwartet werden unter anderem auch der ukrainische Verteidigungsminister Olexij Resnikow und Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg.

Bei den Gesprächen soll es in erster Linie, aber nicht nur, um Kampfpanzer gehen. Vertreter der US-Regierung haben gegenüber Politico erklärt, die USA würden „voraussichtlich“ die Lieferung von Langstreckenraketen mit einer Reichweite von über 160 Kilometern ankündigen – eine etwa doppelt so große Reichweite wie die der HIMARS-Raketen, die Washington bereits an Kiew geliefert hat. Die russischen Panzir-S1-Flugabwehrraketen sind indes dafür gedacht, zivile und militärische Einrichtungen auf kurze Distanz vor Luftangriffen schützen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte am Donnerstag in einem ARD-Interview die Sorge des Westens vor Angriffen auf russisches Territorium angesprochen - aber zurückgewiesen: „Es ist ja nicht so, dass wir angreifen, falls sich da jemand Sorgen macht. Diese Leoparden werden nicht durch Russland fahren. Wir verteidigen uns“, sagte er. (nak/dpa)

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