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„Putins Stimme“ wütet in Russlands Staats-TV: „Auf Wiedersehen London!“

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Von: Tim Vincent Dicke

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Wladimir Solowjow
Der russische TV-Mann Wladimir Solowjow warnt den Westen. (Archivbild) © Komsomolskaya Pravda/imago

„Hallo und auf Wiedersehen London!“: Putin-Vertrauter Solowjow tönt in Russlands Staats-TV, man könne Großbritannien mit Hyperschallraketen angreifen.

Moskau – Der russische TV-Moderator Wladimir Solowjow ist für seine wütenden Tiraden seit Beginn des Ukraine-Kriegs auch im Westen bestens bekannt. Regelmäßig schickt er deutliche Warnungen an Europa sowie die USA und verzweifelt regelrecht im Studio. Nun hat er der britischen Hauptstadt London mit der totalen Vernichtung gedroht.

In einem von der Journalistin und Russland-Expertin Julia Davis veröffentlichten Video sprechen der Putin-Vertraute sowie Gäste seiner Talkshow über nukleare Hyperschallraketen, die Russland mutmaßlich im Nachbarland Belarus stationiert hat. Davis, Gründerin des Blogs Russian Media Monitor, lud den Clip am Samstag (5. November) auf dem Kurznachrichtendienst Twitter hoch, mehr als 200.000 Menschen haben sich ihn bis dato angeschaut.

Russland verlegt im Ukraine-Krieg Hyperschallraketen

„Dort werden jetzt alle hysterisch, weil sie London von Belarus aus in neun Minuten erreichen kann“, sagt Solowjow in dem Clip in Bezug auf die gefürchteten Kinschal-Raketen in Belarus, die der Westen als Killjoy (zu Deutsch: „Spielverderber“) bezeichnet. Das britische Verteidigungsministerium hatte Anfang November gemeldet, dass Kreml-Chef Wladimir Putin auf einem belarussischen Flugplatz zwei Abfangjäger des Typs MiG-31 und einen großen, durch einen Erdwall geschützten Container stationiert habe. Dazu veröffentlichte das Ministerium ein Satellitenbild.

Die Stationierung inmitten des Ukraine-Konflikts steht der Einschätzung zufolge in Zusammenhang mit den „Spielverderber“-Raketen, die laut Nato mit herkömmlicher Flug- oder Raketenabwehr kaum abzufangen sind. Bei Solowjow sorgt dieser Umstand für Freude. „Die Killjoy-Rakete, die auch als Kinschal bekannt ist, hat eine Reichweite von über 2000 Kilometern und kann eine Geschwindigkeit erreichen, die zwölfmal so hoch ist wie die Schallgeschwindigkeit“, führt der als „Putins Stimme“ bekannte TV-Mann aus. In neun Minuten hieße es dann: „‚Hallo London!‘ oder eher ‚Hallo und auf Wiedersehen London!‘“

„Putins Stimme“ Solowjow und seine Tiraden in Russlands Staats-TV

Ein Gast der TV-Show ergänzt, dass dies nicht die einzige zerstörerische Waffe sei, die Russland im Arsenal habe. Duma-Abgeordneter Andrei Kartapolow erklärt: „Es ist nicht nur die Kinschal, wir verfügen auch über Oniks, wir haben Tsirkons.“ Dabei handelt es sich um Raketensysteme, die hauptsächlich im maritimen Kampf eingesetzt werden. „Die müssen wir nicht einmal nach Belarus transportieren. Sie sind alle im ständigen Einsatz bei der Baltischen Flotte im Gebiet Kaliningrad.“ Im Ernstfall würden diese Raketen noch schneller ihr feindliches Ziel im Westen erreichen, so Kartapolow.

Erst kürzlich fabulierte Solowjow über einen „gigantischen europäischen Krieg“, den Russland zukünftig führen solle. „Wenn sie die meisten ihrer Waffen in der Ukraine verbrennen, wenn ein bedeutender Teil ihres militärischen Potenzials (...) in der Ukraine vernichtet wird, warum sollten wir dann aufhören?“, sagte der Putin-Vertraute in Bezug auf die europäischen Staaten, die Waffen an das überfallene Land liefern. (tvd)

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