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Ukraine-Krieg: Russische Soldaten nennen Putin „alten Spinner“ - und verschwinden

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Von: Marvin Ziegele

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Ein russischer Soldat patroulliert in der Stadt Mariupol.
Ein russischer Soldat patroulliert in der Stadt Mariupol. © ALEXANDER NEMENOV/AFP

Die Moral einiger russischer Truppen in der Ukraine schwindet offenbar. Deshalb greift Moskau angeblich zu Gegenmaßnahmen. 

Moskau – Offensichtlich sind auch einige russische Soldaten der Meinung, dass der Krieg in der Ostukraine nicht so verläuft, wie von Wladimir Putin intendiert. Laut eines Berichts des Nachrichtenportals Daily Beast wurde ein russischer Soldat in der Ukraine dabei ertappt, wie er über Russlands Staatschef schimpfte und den Sinn des Ukraine-Konflikts infrage stellte.

Das behauptet laut Daily Beast der ukrainische Geheimdienst, der am Donnerstag (12. Mai) zwei Tonaufnahmen von angeblich abgehörten Gesprächen veröffentlichte, die den rapiden Verfall der Moral unter den russischen Soldaten dokumentieren. So soll auf der ersten Aufnahme ein junger Mann, ein russischer Soldat, zu hören sein, wie er sich mit einer Freundin über Wladimir Putins Rede am „Tag des Sieges“ am 09. Mai unterhält.

Russland: Soldat bezeichnet Wladimir Putin als „alten Spinner“

Die junge Frau bezeichnete Putins Rede als „ekelhaft“ und sagte, dass sie „nach der Parade“ den ganzen Tag „gezittert“ habe. „Was willst du denn, er ist ein alter Spinner“, antwortete der Mann, bevor er sarkastisch ergänzte: „Ja, lasst uns die UdSSR zurückholen, verdammt, Litauen, Lettland, das verdammte Estland, alles, was nicht zu Russland gehört, lasst uns zurückgewinnen.“

Die ukrainischen Behörden gaben nicht bekannt, wo der angebliche Soldat in dem Land stationiert war, aber die Verachtung, die in seinen bissigen Kommentaren zu hören war, wurde von anderen Truppen in einer Reihe anderer kürzlich abgefangener Funksprüche wiedergegeben. Deshalb, so Daily Beast, soll Russland einen General geschickt haben, um die scheinbar demoralisierten Truppen auf Vordermann zu bringen.

Ukraine-Krieg: Russland soll General zu demoralisierten Truppen geschickt haben

„Nun, Muradov ist angekommen und hat ein demonstratives Tribunal arrangiert“, sagte ein mutmaßlicher russischer Soldat zu seinem Freund in einem weiteren abgehörten Telefongespräch zwischen Truppen, das der ukrainische Sicherheitsdienst veröffentlichte. Der vollständige Name des Generals wurde in der Aufzeichnung nicht genannt, aber die Männer schienen sich auf Rustam Muradow zu beziehen, einen Generalleutnant und stellvertretenden Befehlshaber des südlichen Militärdistrikts, der dafür bekannt ist, heftige Kämpfe in Syrien zu beaufsichtigen. Muradow wurde auch von der Europäischen Union im Zusammenhang mit dem Krieg Russlands gegen die Ukraine persönlich sanktioniert.

Dem mutmaßlichen Soldaten in der Aufnahme zufolge wurde Muradow geschickt, um gegen seine Einheit vorzugehen, weil „niemand mehr weitermachen wollte“. „Die Kommandeure wollten ihre Jungs nicht in den Tod führen. Die Jungs selbst waren einfach nicht bereit. Also hat [Muradow] gestern die Kommandeure verprügelt, um ein Exempel zu statuieren, er hat sie entkleidet, sie dazu gebracht, alles aus ihren Taschen zu holen, und ihnen die Hände gefesselt. Dann luden sie sie in [Busse] und brachten sie weg“, sagte er. (marv)

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