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Neue Panzer für die Ukraine: Das kann der Challenger 2 aus Großbritannien

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Von: Felix Busjaeger

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Kampfpanzer für die Ukraine: Die Briten wollen zehn Challenger 2 liefern. Doch wie gut ist der Panzer eigentlich – und kann er die Wende im Krieg bringen?

London – Kommt nun die Wende im Ukraine-Krieg? Während in Deutschland die Debatte über eine Lieferung von Leopard-2-Panzern an die Ukraine an Fahrt gewinnt, erwägt die britische Regierung offenbar, zehn Kampfpanzer des Typs Challenger 2 zu liefern. Das berichtete der TV-Sender Sky News am Montag (9. Januar).

Demnach soll die mögliche Panzerlieferung der Briten für die Abwehr vor russischen Angriffen im Ukraine-Krieg genutzt werden. Doch inwieweit kann der Challenger-2-Panzer aus Großbritannien den Verlauf des Kriegs beeinflussen?

Ukraine-Krieg: Britische Regierung um Rishi Sunak plant wohl Panzerlieferung

Die Regierung von Premierminister Rishi Sunak erhöht mit der möglichen Lieferung von Kampfpanzern an die Ukraine auch den Druck auf Berlin. Anders als Deutschland scheint London nun deutlich den Fuß von der Bremse zu nehmen und die Abwehr der Ukraine deutlich stärken zu wollen.

Wie der Spiegel berichtet, hat Großbritannien die Challenger-2-Panzer „unverbindlich angekündigt“. Bis die Kampfpanzer eingesetzt werden können, würde es demnach noch mindestens einige Wochen dauern: Wie es weiter heißt, soll die Entscheidung wohl erst beim kommenden Treffen der Ramstein-Gruppe am 20. Januar im Rheinland-Pfalz offiziell werden.

Kampfpanzer „Challenger 2“
Der Kampfpanzer der britischen Streitkräfte vom Typ „Challenger 2“ (Archivbild). © Holger Hollemann/dpa

Mit Stand Montag gab es noch keine Stellungnahme des britischen Verteidigungsministeriums. Dennoch könnte die mögliche Panzerlieferung aus Großbritannien in Deutschland die Debatte über den Kampfpanzer vom Typ Leopard 2 neuen Schwung geben. Bisher hatte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) seinen Kurs bei den Waffenlieferungen an die Ukraine verteidigt. „Deutschland ist ganz weit vorne bei der Unterstützung der Ukraine“, sagte Scholz am Montag bei einer Wahlkampfveranstaltung in Berlin. Das gelte nicht nur für finanzielle und humanitäre Hilfe, sondern auch für Waffenlieferungen. Er werde dabei weiterhin verantwortungsvoll vorgehen, betonte er.

Regierung von Rishi Sunak plant wohl die Lieferung von Panzern an die Ukraine: Diese Panzerklassen gibt es

Während der Kampfpanzer Challenger 2 womöglich von Rishi Sunaks Regierung an die Ukraine geliefert wird, haben sich andere Länder bisher nur dazu durchgerungen, Spähpanzer oder Schützenpanzer zu liefern. Auch Deutschland unterstützte den Kampf von Wolodymyr Selenskyj, beispielsweise mit Modellen vom Typ Marder und Gepard. Darüber hinaus kündigte Berlin im Herbst 2022 die Lieferung des Patriot-Systems an Polen an.

Die Unterschiede der Panzerklassen im Überblick:

Großbritannien will Kampfpanzer liefern: So gut ist der Panzer Challenger 2

Der Kampfpanzer Challenger 2 bildet seit 1994 das Rückgrat der britischen Streitkräfte und kommt darüber hinaus auch im Oman zum Einsatz. Entwickelt wurde das Fahrzeug von BAE Systems Land Systems, einem Unternehmen, das zur Rheinmetall-Gruppe gehört. Wie der Hersteller schreibt, handelt es sich beim Challenger 2 um einen Kampfpanzer, der für das „hochintensive Gefecht gegen mechanisierte Gegner“ entwickelt wurde. Haupteinsatzzweck ist die Bekämpfung von gepanzerten Zielen.

Zugute kommt dem Challenger-2-Panzer seine 120-mm-Bewaffnung. Diese ist auch geeignet, um Ziele in bis zu neun Kilometern Entfernung zu bekämpfen. Der deutsche Leopard-2-Panzer kann hingegen nur bei Entfernungen von bis zu vier Kilometern effektiv eingesetzt werden. Seinen ersten Einsatz für die britischen Streitkräfte hatte der Kampfpanzer Challenger 2 im Rahmen des Jugoslawienkonflikts in den 1990er-Jahren. Darüber hinaus kam er auch im Irakkrieg zum Einsatz.

Kampfpanzer für die Ukraine: So groß wäre die Auswirkung der britischen Challenger 2 für den Ukraine-Krieg

Wird der Kampfpanzer Challenger 2 im Ukraine-Krieg die Wende bringen? Wahrscheinlich ist, dass der britische Kampfpanzer im Gefecht vielen russischen Pendants überlegen sein könnte. Wladimir Putins Armee setzt vorrangig auf Panzer des Typs T-64. Diese stammen teilweise noch aus Beständen der Sowjetunion, sind deutlich leichter und können Ziele bis in eine Entfernung von 5000 Metern effektiv bekämpfen. Durch die mögliche Waffenlieferung der Briten erhält die Armee des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj damit eine deutliche Verstärkung. Allerdings reichen zehn mögliche Challenger 2 nicht aus, um eine vollständige Panzerkompanie aufzustellen.

Zudem ist der aktive Frontverlauf im Ukraine-Krieg mehrere Hundert Kilometer lang. Die britischen Challenger-2-Panzer können damit nur punktuell effektiv eingesetzt werden. Dennoch könnte sich der Impuls von Sunaks Regierung die Debatte um die mögliche Lieferung von Waffen an die Ukraine auch auf andere Länder übertragen und beispielsweise die Debatte um den deutschen Leopard 2 voranbringen. Inwieweit dies zu einem Ende des Kriegs in der Ukraine beitragen kann, bleibt allerdings abzuwarten. Derweil wird damit gerechnet, dass Russland im April 2023 eine Kriegswende forcieren könnte.

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