Putin will Waffenruhe verlängern

Ukraine: Armee meldet Abschuss russischer Drohne

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Teilnehmerinnen der sonntäglichen Kundgebung auf dem Kiewer Maidan in ukrainsicher Nationaltracht.

Kiew - Die ukrainische Luftabwehr hat nach eigenen Angaben eine russische Drohne über der Ostukraine abgeschossen. Russlands Präsident Putin fordert unterdessen eine erneute Verlängerung der Waffenruhe.

Die ukrainische Luftabwehr hat nach eigenen Angaben ein unbemanntes russisches Aufklärungsflugzeug über der Ostukraine abgeschossen. Die Drohne habe am Sonntagnachmittag die Grenzregion Lugansk ausspioniert, bevor sie von der Luftabwehr zum Absturz gebracht worden sei, berichtete der prominente Militärexperte Dmitri Tymtschuk in Kiew. Der Grenzschutz in Kiew teilte mit, dass von russischer Seite weiter Militärtechnik unerlaubt auf ukrainisches Gebiet gelange. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums gelang es dem Militär, am Samstag einen russischen T-64-Panzer in seinen Besitz zu bringen.

Kremlchef Wladimir Putin hat bei einem Telefonat mit Kanzlerin Angela Merkel und dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko eine Verlängerung der Waffenruhe für die Ostukraine gefordert. Die an diesem Montag auslaufende Feuerpause müsse diesmal gleich für eine längere Periode ausgerufen werden, hieß es in einer Mitteilung der Präsidialverwaltung in Moskau vom Sonntag. An dem Gespräch hatte auch Frankreichs Staatschef François Hollande teilgenommen. Diskutiert worden sei zudem, ob die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) Beobachter zur Kontrolle der ukrainisch-russischen Grenze entsenden könne.

Freiwilligen-Bataillon der ukrainischen Armee will losschlagen

Angehörige von freiwilligen ukrainischen Kampfverbänden haben in Kiew vor dem Präsidentenamt gegen eine Verlängerung der Waffenruhe protestiert. Hunderte Menschen forderte den ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko am Sonntag auf, die Feuerpause zu beenden und das Kriegsrecht zu verhängen, wie Medien in Kiew berichteten. Sie verlangten eine bessere Ausstattung mit Waffen, um die zuletzt gestoppte „Anti-Terror-Operation“ gegen prorussische Separatisten wieder aufzunehmen.

Die von Poroschenko verlängerte Waffenruhe läuft an diesem Montag, 21.00 Uhr MESZ, aus. Es war unklar, ob die seit 20. Juni geltende Feuerpause ein zweites Mal verlängert wird. Poroschenko hatte das Innehalten angeordnet, um seinen Friedensplan umzusetzen.

Allerdings wurde die Waffenruhe auch am Wochenende wieder mehrfach gebrochen. Fünf Soldaten seien getötet worden, als ihre Posten nahe der von den Separatisten kontrollierten Hochburg Slawjansk beschossen worden seien, sagte ein Sprecher der Regierungstruppen.

Die prorussischen Kräfte wiederum warfen den Spezialeinheiten vor, sich für eine große Militäroperation nach Auslaufen der Feuerpause in Stellung zu bringen. Die Separatisten lehnen es bisher ab, ihre Waffen niederzulegen - wie es Poroschenkos Friedensplan vorsieht.

Prorussische Separatisten: Truppen brachen Waffenruhe

Die prorussischen Separatisten in der Ostukraine haben der ukrainischen Führung einen Bruch der Waffenruhe vorgeworfen. „Von unserer Seite wird das Feuer nicht eröffnet“, sagte der Anführer der selbst ernannten „Volksrepublik“ Lugansk, Waleri Bolotow, am Sonntag. „Der Gegner befolgt die Bedingungen der Feuerpause nicht“, behauptete Bolotow. Das Militär habe weiter Flugzeuge im Einsatz und bewege schwere Kampftechnik.

Die Kampfhandlungen hätten ungeachtet der bis Montagabend verlängerten Waffenruhe nicht aufgehört. „Es werden nicht nur besiedelte Orte beschossen, sondern auch das Gebiet der Russischen Föderation“, sagte Bolotow der Agentur Interfax zufolge. Er erwarte nach Ende der Feuerpause eine Zunahme der Gewalt und kündigte Widerstand an.

Das Außenministerium in Moskau hatte zuvor gerügt, dass bei Gefechten Munition auch russisches Territorium getroffen habe. Die prorussischen Aufständischen beteuerten, alle Bedingungen der Waffenruhe zu erfüllen und Kiews Friedensplan zu unterstützen. So seien am Wochenende auch die letzten vier von insgesamt acht Ende Mai verschleppten Beobachtern der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) freigelassen worden.

dpa

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