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Umfrage zeigt: Dreiviertel der Deutschen für Atomkraft und weitere Entlastungen

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Von: Nail Akkoyun

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In der neuen Forsa-Umfrage bleiben die CDU und die Grünen weiter an der Spitze. Die Bevölkerung will indes weitere Entlastungen.

Berlin – Wäre am kommenden Sonntag Bundestagswahl, würden zwei Farben die Hochrechnungen und Endergebnisse dominieren: Schwarz und Grün. Wie eine neue Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa zeigt, würden CDU/CSU aktuell mit 27 Prozent auf dem ersten Platz landen. Knapp dahinter folgen bereits die Grünen, die der von RTL/Ntv in Auftrag gegebenen Erhebung zufolge mit 24 Prozent der Stimmen rechnen könnten. Ein Faktor könnte dabei der Beliebtheitsfaktor von Wirtschaftsminister Robert Habeck sein.

Die Sozialdemokraten verlieren unterdessen weiter: In der Forsa-Umfrage rutscht die SPD auf 18 Prozent ab – rund 7 Prozent weniger als noch im vergangenen Herbst, als die Partei von Kanzler Olaf Scholz die Bundestagswahl gewann. Koalitionspartner FDP hingegen konnte mit einem Punkt auf 7 Prozent zulegen. Die Werte der AfD (10 Prozent) und Linke (5 Prozent) blieben unverändert.

SPD18 Prozent
Grüne24 Prozent
FDP7 Prozent
CDU/CSU27 Prozent
AfD10 Prozent
Die Linke5 Prozent
Sonstige9 Prozent

Forsa-Umfrage: Selbst über die Hälfte der Grünen-Wählerschaft für Atomkraft

Weiter wurde aus der Umfrage erkenntlich, dass drei von vier Bürgerinnen oder Bürgern von der Regierung fordern, die geplante Abschaltung der letzten drei Atomkraftwerke zu überdenken. Während der Wert zwischen März und Mitte Juli noch maximal 70 Prozent erreichte, stieg dieser inzwischen auf 75 Prozent. Ntv.de zufolge stimmten dabei auch 55 Prozent der befragten Grünen-Wählerschaft für eine Überprüfung des Atom-Ausstiegs – unter den Anhängerinnen und Anhängern der Union, FDP und AfD sprachen sich jeweils rund 90 Prozent für eine etwaige Verlängerung aus. Bei der SPD stimmten 68 Prozent dafür.

Unabhängig von der Parteipräferenz sprach sich ein Großteil der Befragten für zusätzliche Entlastungsmaßnahmen für die Bevölkerung aus: 82 Prozent hielten die bisherigen Pakete für unzureichend. Im SPD-Lager stimmten 84 Prozent für weitere Entlastungen, unter den Grünen waren es 77 sowie unter der FDP-Anhängerschaft 80 Prozent – die Ampel steht angesichts dieser Forderungen unter Druck.

Eine Mehrheit der Deutschen hat sich in einer aktuellen Forsa-Umfrage gegen den geplanten Atomausstieg ausgesprochen.
Eine Mehrheit der Deutschen hat sich in einer aktuellen Forsa-Umfrage gegen den geplanten Atomausstieg ausgesprochen. © Friso Gentsch/dpa

Forsa-Umfrage: Knappe Mehrheit der Deutschen kritisiert Ukraine-Kurs der Regierung

Zu guter Letzt wurden die Teilnehmenden auch nach einem Urteil über den derzeitigen Ukraine-Kurs der Bundesregierung gefragt. Laut der Forsa-Umfrage glauben 57 Prozent der Befragten, dass die Sanktionen gegen Russland mehr Deutschland als Moskau schaden würde. Wie vergangene Erhebungen zeigen, ist dieser Trend gestiegen – möglicherweise aufgrund eines drohenden Gas-Stopps aus Russland sowie der damit gestiegenen Medienpräsenz des Themas. (nak)

Entsprechende Werte sind immer mit Vorsicht zu betrachten, da, je nach Forschungsinstitut, immer eine gewisse statistische Fehlertoleranz die Ergebnisse mitbeeinflusst. Darüber hinaus erschweren unter anderem kurzfristige Wahlentscheidungen sowie unentschlossene Wählerinnen und Wähler die Erhebungen – insbesondere, wenn die nächste Bundestagswahl erst 2025 stattfindet.

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