Steigende Preise, zu geringes Angebot

Umkämpfter Wohnungsmarkt: Bei Immobilien ist keine Entspannung in Sicht

Wohnung gesucht: Die Nachfrage steigt, das Angebot ist zu knapp. Die Folge: Die Preise steigen vielerorts. Foto: dpa  

Berlin. Wer eine Wohnung mieten will, muss Geld und Ausdauer mitbringen. Die Mieten sind speziell in den Metropolregionen erheblich gestiegen.

Immer mehr Wohnungssuchenden steht ein zu geringes Angebot gegenüber. In den nächsten Jahren wird sich daran auch nicht viel ändern, prophezeit der sogenannte Rat der Immobilienweisen, der im Auftrag der Immobilienwirtschaft sein Frühjahrsgutachten vorgestellt hat. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema:

Worauf müssen sich Mieter einstellen? 

Im vergangenen Jahr stiegen die Angebotsmieten im Westen um durchschnittlich 3,7 und im Osten um 1,2 Prozent. Nach Ansicht der fünf Experten ist wegen der starken Nachfrage und der Unterversorgung mit Wohnraum eine Preisberuhigung kaum in Sicht. Außerdem werde der Bedarf durch die hohe Zuwanderung zusätzlich wachsen. „Das wird auch in den nächsten Jahren zu Miet- und Kaufpreissteigerungen in den Ballungsräumen führen“, so Studienautor Harald Simons, Vorstand des privaten Forschungsinstituts Empirica.

Wie ist die Entwicklung bei Eigentumswohnungen?

Die Kaufpreise steigen stärker als die Mieten. Mit durchschnittlich 7,2 Prozent gab es im Westen erneut einen kräftigen Sprung nach oben, im Osten (ohne Berlin) betrug der Anstieg 6,2 Prozent. Allerdings ist die Preisentwicklung regional sehr unterschiedlich.

Welches sind die Top-Immobilienmärkte?

Hamburg, Berlin, Düsseldorf, Köln, Frankfurt, Stuttgart und München. Die Miete für eine Standardwohnung mit 60 bis 80 Quadratmetern und höherwertiger Ausstattung ist vor allem in diesen Großstädten gestiegen – am stärksten in München mit 7,4 Prozent, Stuttgart mit 6,8, Berlin mit 4,4, Frankfurt mit 3,8 und Düsseldorf mit 3 Prozent. Darüber hinaus gibt es Schwarmstädte wie Leipzig oder Freiburg. Sie locken immer mehr junge Menschen zulasten anderer Regionen an – bei steigenden Mieten.

Wer profitiert nicht von dem Boom? 

In weniger attraktiven Regionen sinken oder stagnieren die Mieten. In 8,5 Prozent der 402 Kreise oder kreisfreien Städte sind die Mieten zurückgegangen, in fast jedem vierten Kreis die Kaufpreise für Wohnungen. Um welche Regionen es sich handelt, sagt das Gutachten nicht.

Gibt es auch Wohnungs-Leerstand? 

Rund zwei Millionen Wohnungen stehen leer. Die meisten lägen auf dem Land, mehr als 600 000 seien sofort verfügbar, sagte der Direktor des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung, Harald Herrmann. Er forderte, anerkannte Flüchtlinge auf solche Wohnorte zu verpflichten, um diese Wohnungen zu füllen und den Druck von den Ballungsräumen zu nehmen.

Eine Kurzfassung des Gutachtens finden Sie hier.

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