Umstrittene Stromtrasse: Morgen präsentiert Umweltminister die Strecke 

Hannover. Bis 2022 soll in Deutschland das letzte Atomkraftwerk abgeschaltet werden. Um den wachsenden Energiebedarf im Land zu decken, müssen auch die 380-Kilovolt-Stromtrassen neuen Anforderungen angepasst werden.

Doch der Ausbau der Trassen birgt viel Konfliktpotenzial - gerade in Niedersachsen, wo ein Großteil der Energieautobahnen entstehen soll, um den Strom aus dem Norden an die Verbraucher in Mittel- und Süddeutschland zu liefern.

Vielerorts protestieren Anwohner und Grundstückeigentümer entlang der möglichen Strecken. Viele befürchten finanzielle Nachteile, eine Verschandelung der Landschaft durch die „Monstermasten“ und auch gesundheitliche Folgen. Ärzte warnen im Umfeld von Trassen etwa vor einer erhöhten Leukämiegefahr für Kinder.

Immobilienexperten befürchten zudem sinkende Grundstückspreise um 25 Prozent und mehr. So auch zwischen Braunschweig und Nordhessen, wo bis 2015 die rund 190 Kilometer lange Stromtrasse Wahle - Mecklar entstehen soll. Seit 2007 setzen sich hier mittlerweile 19 Bürgerinitiativen gegen die Stromtrasse zur Wehr. Viele fordern anstelle von den bis zu 80 Meter hohen Masten eine Erdverkabelung.

Fotos: Info-Veranstaltung gegen Stromtrasse in Bad Gandersheim

Info-Veranstaltung gegen Stromtrasse

Derzeit sind aber nur rund 18 Kilometer Erdkabel geplant. Nach Schätzungen der Kritiker sind im Umfeld der Strecke 100 000 Menschen direkt von der Trasse betroffen. Am Freitag will Niedersachsens Landwirtschaftsminister Gert Lindemann (CDU) den mit Spannung erwarteten groben Streckenverlauf präsentieren.

Für die Gegner der Luftleitungen ein wichtiger Termin, denn von nun an können sie - wie schon Hunderte Male angekündigt - gegen die Trassenführung auf ihrem Grund und Boden klagen. Wo und wie die 380-Kilovolt-Leitung am Ende verlaufen wird, entscheidet im nächsten Schritt das zuständige Umweltministerium in Hannover. Mitglieder einiger Bürgerinitiativen haben bereits ihr Kommen angekündigt. Aufgeben wollen sie nicht, auch wenn einige Bürgerinitiativen inzwischen über interne Streitigkeiten klagen. (dpa)

Rubriklistenbild: © dpa

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