Umweltschutzpreis für Klimawandel-Erklärer

Preisträger Mojib Latif

Essen. Man kennt ihn aus dem Fernsehen, wo er seit Jahren versucht, den Klimawandel so zu erklären, dass jeder was versteht: Der Kieler Klima- und Meeresforscher Mojib Latif (61) hat am Sonntag in Essen von Bundespräsident Joachim Gauck den Deutschen Umweltschutzpreis entgegengenommen.

Die mit 500 000 Euro höchstdotierte Auszeichnung Europas auf diesem Fachgebiet teilt sich Latif zu je 245 000 Euro mit dem schwedischen Nachhaltigkeitswissenschaftler Johan Rockström (49, Stockholm). 10 000 Euro als Ehrenpreis sprach die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) Michael Succow (78, Greifswald) für sein lebenslanges Naturschutz-Engagement zu.

Mojib Latif holen TV-Sender oder andere Medien ans Mikro, wenn sie jemanden brauchen, der den Klimawandel mit Ursachen und Folgen wissenschaftlich seriös und zugleich ganz anschaulich erklären kann. Der Professor am ehemaligen Institut für Meereskunde und heutigen Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel hat zu seinem Forschungsgebiet auch zahlreiche Bücher geschrieben. Auch Bücher für ein breites Zielpublikum, vor allem Kinder und Jugendliche, wie die DBU hervorhebt.

Der Hochschullehrer hat Vorfahren aus Pakistan. Mit Fotos der apokalyptischen Überschwemmungskatastrophe 2010 in Pakistan sowie Luftbildern der riesigen Waldbrände im selben Jahr in Russland illustriert Latif den Klimawandel: Derart verheerende Wetterextreme seien eine „Blaupause für das, womit wir uns in der Zukunft anfreunden müssen“. Latif nimmt dabei meist kein Blatt vor den Mund: „Wenn das Klima eine Bank wäre, hätten wir es schon längst gerettet!“

Latif wurde in Hamburg geboren und hat dort mit zwei Brüdern und einer Schwester seine Kindheit verbracht. Sein Vater war der Imam in der 1957 erbauten Fazle-Omar-Moschee der Ahmadiyya Muslim Jamaat.

Johan Rockström gilt als einer jener Forscher, die weltweit verfügbare Daten zum Zustand der Erde zusammengeführt und gewichtet haben, um dann zu erklären, wie die Menschheit den Planeten an seine Belastungsgrenzen bringt. Und was geschehen muss, dass diese Grenzen nicht ausgereizt werden.

Ehrenpreisträger Michael Succow schaffte es, dem Ministerrat der DDR bei dessen letzter Sitzung das Thema Naturschutz in die Tagesordnung zu packen. Mit dem so kurz vor der Wiedervereinigung 1990 beschlossenen Nationalparkprogramm für den Osten Deutschlands seien auf einen Schlag fast 18 Prozent der Landesfläche der DDR für die Natur gesichert worden, lobt die DBU - unter anderem mit Biosphärenreservaten in der Rhön und im Spreewald, auf Rügen und an der mittleren Elbe sowie Nationalparks im Hochharz oder auf dem Darß an der Ostsee.

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