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„Politbarometer“: Union mit SPD gleichauf – deutliche Kritik an Kanzler Scholz

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Von: Jan Trieselmann

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Ein Herr mittleren Alters mit Halbglatze und einer Mund-Nasen-Maske sitzt im Anzug gekleidet vor einem Tisch und fasst sich an den Kopf.
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) wird im aktuellen ZDF-„Politbarometer“ von den Befragten kritisiert. Die Union hat die SPD mittlerweile eingeholt und liegt bei 25 Prozentpunkten. © Kay Nietfeld/dpa

CDU/CSU holen die SPD im aktuellen ZDF-„Politbarometer“ ein. Gleichzeitig kritisiert ein Großteil der Befragten Bundeskanzler Scholz aus einem bestimmten Grund.

Berlin – Wenn am kommenden Sonntag (13.02.2022) die nächste Bundestagswahl wäre, könnten CDU/CSU mit der SPD gleichauf liegen – zumindest laut dem aktuellen „Politbarometer“ des ZDF. In der Umfrage holt die Union zwei Prozentpunkte auf die SPD auf und liegt jetzt ebenfalls bei 25 Prozentpunkten.

Zwar verbessert sich die SPD im aktuellen ZDF-„Politbarometer“ ihrerseits um einen Prozentpunkt, nachdem die SPD im Vormonat noch an Zustimmung verloren hatte. Allerdings lassen die jetzigen Zahlen deutliche Kritik der Befragten an Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) erkennen – vor allem in einer bestimmten Hinsicht.

CDU/CSU ziehen in ZDF-„Politbarometer“ mit SPD gleich – Kritik an Kanzler Scholz

Seine Arbeit macht der Bundeskanzler immerhin laut 56 Prozent der Befragten gut, trotz eines Minus‘ von sechs Prozentpunkten. Deutlich vermissen lasse er allerdings an Führungsstärke: 67 Prozent der Menschen und damit zwei Drittel behaupten in der Umfrage, dass er diese zurzeit nicht zeigt. Bei einer Umfrage eines anderen Instituts sieht die Mehrheit der Deutschen in Olaf Scholz keinen guten Kanzler.

Nach Sympathie und Leistung bewertet, liegt Scholz unter den zehn wichtigsten Politikern allerdings immer noch auf Platz zwei – hinter Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und vor Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD)

Überaus gut sieht allerdings die Bewertung von Bundespräsident und Staatsoberhaupt Frank-Walter Steinmeier (SPD) aus: Vor der Bundespräsidentenwahl am Sonntag (13.02.2022) liegt die Zustimmung für ihn bei 85 Prozentpunkten. In einer Umfrage eines Augsburger Instituts hingegen zeigen sich die Menschen weniger zufrieden mit Bundespräsident Steinmeier.

ZDF-„Politbarometer“: Befragten sind bei Corona-Lockerungen gespalten

In dem aktuellen ZDF-„Politbarometer“ kommen die Grünen auf 16 Prozent, die FDP auf neun, AfD auf elf und die Linke auf sechs. Ein Überblick über die Zahlen in Prozentpunkten, verglichen mit denen des Vormonats:

SPD25 (+1)
CDU/CSU25 (+2)
Grüne16 (-2)
AfD11 (+1)
FDP9 (-1)
Linke6 (-1)
Andere8 (+/-0)

Beim Thema Corona zeigen sich die Befragten zwiegespalten: Sofortige Lockerungen befürworten 23 Prozent, 38 Prozent befürworten sie innerhalb der nächsten zwei bis drei Wochen. Weitere 38 Prozent sind der Meinung, mit Lockerungen im Zuge der Corona-Pandemie sollte man noch länger warten. Der Anteil der Menschen, die ihre Gesundheit durch Corona gefährdet sehen, sinkt von 42 Prozent Ende Januar allerdings weiter auf 40 Prozent. 57 Prozent sind der Meinung, Corona gefährdet ihre Gesundheit nicht.

Mehrheit im ZDF „Politbarometer“ befürwortet eine Corona-Impfpflicht

Ein heikles gesellschaftliches Thema stellt zurzeit die Impfpflicht gegen Corona dar. Die gilt ab dem 15. März für Beschäftigte im Gesundheits- und Pflegebereich. Eine Aussetzung sehen 63 Prozent der Befragten im ZDF-„Politbarometer“ allerdings als falsch an. Knapp 34 Prozent sind dafür, dass in den betroffenen Bereichen auch Ungeimpfte ihrer Arbeit weiter nachgehen dürfen.

Für eine allgemeine Impfpflicht sprechen sich 57 Prozent der Befragten aus, 41 Prozent dagegen. Deutlich gesunken ist der Anteil an Menschen, die glauben, dass eine allgemeine Impfpflicht eingeführt wird: Von 39 Prozent Ende Januar auf 23 Prozent.

Die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen befragte für das ZDF-„Politbarometer“ zwischen Dienstag (08.02.2022) und Donnerstag (10.02.2022) telefonisch 1224 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte. Die Umfrage bezeichnet das ZDF als repräsentativ, die Fehlerquote beziffert man mit ungefähr zwei Prozentpunkten. (Jan Trieselmann mit afp)

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