Bahnverkehr massiv eingeschränkt

Unwetter über Südhessen: Bahnverkehr massiv eingeschränkt

Frankfurt. Dunkle Wolke, Blitze, Hagel: Ein massives Unwetter hat das Rhein-Main-Gebiet ordentlich unter Wasser gesetzt. Bäume wurden entwurzelt, Keller standen unter Wasser, die Bahn musste wichtige Strecken sperren. Es gab mehrere Verletzte.

Nach tagelanger Hitze ist am Dienstag ein heftiges Unwetter über das Rhein-Main-Gebiet und Südhessen hinweg gezogen. Auch über Nordhessen gewitterte es am Abend heftig. Größere Schäden wurden zunächst jedoch nicht gemeldet.

Innerhalb weniger Minuten mussten Polizei und Feuerwehr in Südhessen Dutzende Male ausrücken, Bäume wurden entwurzelt, Keller unter Wasser gesetzt und Dächer abgedeckt. Mehrere Menschen wurden leicht verletzt.

Bahnstrecken gesperrt

Die Bahn sperrte unter anderem die Schnellfahrtstrecke von Frankfurt nach Köln, auch die Verbindungen von Mannheim nach Frankfurt, zwischen Mannheim und Mainz sowie zwischen Frankfurt und Hanau waren lahmgelegt. „Es ist überall „was“, sagte eine Sprecherin. Züge würden an den Bahnhöfen zurückgehalten, damit sie nicht Gefahr liefen, auf der Strecke stehen zu bleiben.

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Auch die Polizei in Frankfurt musste zahlreiche Notrufe entgegennehmen: „Wir haben jede Menge Anrufe in jeglicher Hinsicht, da geht es um umgestürzte Bäume, Bauzäune oder abgerissene Äste“, sagte Polizeisprecher André Sturmeit. Ob bei dem Gewitter mit heftigen Regenfällen, Sturmböen, Blitz und Donner auch Menschen verletzt wurden, konnte er zunächst nicht sagen.

In Nordhessen kam es nach ersten Meldungen nur zu kleineren Schäden - wie hier am Krappgarten in Kassel-Niederzwehren, wo ein Blitz in einen Baum einschlug.

Die Feuerwehr Frankfurt hatte mehr als 250 Einsätze abzuarbeiten. Sie musste unter anderem ein gekentertes Segelboot am Westhafen sichern. Die drei Besatzungsmitglieder konnten sich schwimmend retten. Zudem rückte die Feuerwehr zum Squaire am Flughafen aus. Dort hatte sich durch den Sturm eine Gondel gelöst und drohte, durch das Dach des Fernbahnhofs zu stürzen, der vorsorglich evakuiert wurde.

Mit brachialer Gewalt brach das Unwetter am Nachmittag auch über Südhessen herein und setzte der Hitzewelle der vergangenen Tage ein stürmisches Ende. Durch Sturmböen stürzten Bäume um und blockierten Straßen. In Rüsselsheim stürzte ein Lichtmast auf mehrere geparkte Autos. In nicht einmal einer Stunde gingen am Nachmittag bei der Polizei in Darmstadt 26 Meldungen über Sturmschäden ein - auch dort gab es zumeist umgestürzte Bäume oder umherfliegende Baustellenabsperrungen.

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Ein Drittel der Meldungen betraf allein die Stadt Darmstadt, wie eine Sprecherin mitteilte. Das Unwetter mit Blitz, Donner und Starkregen hatte das Stadtgebiet kurz vor 16.00 Uhr erreicht, wenige Minuten später war alles wieder vorbei. Verletzt wurde nach ersten Erkenntnissen niemand.

Flugbetrieb unterbrochen

Am Frankfurter Flughafen musste der Betrieb wegen des starken Sturms immer wieder unterbrochen werden. Die Bodenabfertigung, also das Betanken sowie das Be- und Entladen der Maschinen, wurde für rund 30 Minuten eingestellt. „Das ist bei einem so starken Gewitter mit Wind und Blitzen Routine“, sagte ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport. Einige Starts und Landungen verzögerten sich. „Das wird sich aber im Laufe des Abends wieder einspielen“, sagte der Sprecher.

Unwetter auch am Mittwoch

Allerdings warnte der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach bereits vor weiteren Unwettern mit Starkregen, Hagel und schweren Sturmböen, die nicht nur am Dienstag, sondern auch am Mittwoch zu erwarten seien. Zwischenzeitlich ließen Schauer und Gewitter in der Nacht zum Mittwoch kurz nach, hieß es bei den Wetterexperten. (lhe)

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