Unzufriedenheit mit Merkel wächst: Nur noch Platz 5

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Nur noch auf Rang 5: Die Beliebtheit von Angela Merkel schwindet spürbar. Foto: Robin Van Lonkhuijsen

Bei der Türkei zu viel Entgegenkommen, für Böhmermann zu wenig Rückhalt: Merkels Kurs passt vielen Deutschen derzeit nicht. Einige glauben sogar, dass die Kanzlerin noch vor der Bundestagswahl ihr Amt abgeben könnte - oder gar müsste.

Berlin/Mainz (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat bei den Deutschen stark an Rückhalt verloren. Im Ranking der Top-Politiker büßte sie so viel an Beliebtheit ein wie kein anderer Kollege, wie das ZDF-"Politbarometer" ergab.

Auch in der jüngsten repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes YouGov schnitt die CDU-Chefin mit ihrer aktuellen Politik um einiges schlechter ab als noch im März. Die Hälfte der Befragten hält es für sehr oder eher unwahrscheinlich, dass Merkel auch nach der Bundestagswahl im kommenden Jahr ihr Amt behält.

In der ZDF-Umfrage zu politischen Trends brach der Durchschnittswert der CDU-Chefin seit Anfang April von 1,8 auf 0,9 ein. Damit rutschte sie auf Platz 5 im Politiker-Ranking ab.

Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die Union nur auf 33 Prozent (minus 3) - laut Barometer der schlechteste Wert dieser Legislaturperiode.

Über alle Parteigrenzen hinweg findet die große Mehrheit der Befragten (80 Prozent), die Kanzlerin nehme in der Flüchtlingskrise zu viel Rücksicht auf den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan. Nur insgesamt 14 Prozent sind anderer Meinung. Die meisten bezweifeln, dass Ankara in der Krise ein verlässlicher Partner ist.

Auch im Fall des Satirikers Jan Böhmermann und dessen Schmähgedicht stehen die wenigsten hinter Merkels Entscheidung: 62 Prozent sind größtenteils unzufrieden, wie die Kanzlerin damit umging. Insgesamt nur etwa jeder Vierte unterstützt ihre Entscheidung (26 Prozent). Selbst in den Reihen der CDU/CSU ist ihr Vorgehen mit 44 Prozent Befürwortern und 44 Prozent Kritikern umstritten.

Auch in der YouGov-Umfrage wird klar, dass Merkel an Rückendeckung verlor. Bei der Auswertung im März zeigten sich noch 37 Prozent "eher und sehr zufrieden" mit ihrer Arbeit. Laut jüngsten Auswertungen schrumpfte dieser Wert auf 29 Prozent - der Anteil der Kritiker hingegen stieg von 56 auf 63 Prozent.

39 Prozent halten es für sehr oder eher wahrscheinlich, dass die Kanzlerin auch nach der Bundestageswahl 2017 im Amt bleibt. Dagegen glauben 50 Prozent nicht daran. Fast jeder Vierte hält es sogar für möglich, dass die CDU-Chefin noch vor der Bundestageswahl 2017 zurücktritt oder zurücktreten muss.

ZDF-Politbarometer

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