Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte

Urteil: Russland muss Tschetschenen entschädigen

+
Der Sitzungssaal des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte.

Straßburg - Für das Verschwinden von unzähligen Tschetschenen während des Tschetschenienkrieges ist Russland am Donnerstag zur Zahlung von mehr als einer Millionen Euro verurteilt worden.

Russland muss nach zwei Urteilen des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) den Angehörigen verschwundener Tschetschenen insgesamt mehr als eine Million Euro Entschädigung zahlen. Kläger sind mehr als 40 Familienangehörige von Männern, die zwischen 2001 und 2006 während des Tschetschenienkrieges verschwanden, nachdem sie in ihren Wohnhäusern von russischen Militärs festgenommen worden waren. Erfolgreich war am Donnerstag in Straßburg auch die Mutter eines 2009 unter ähnlichen Umständen verschwundenen 29 Jahre alten Mannes. Die Richter sprachen ihr 60 000 Euro Entschädigung zu.

Justizklagen, um das Schicksal der Verschwundenen aufzuklären, blieben jahrelang ohne Ergebnis. Russland habe gegen das Verbot menschenunwürdiger Behandlung verstoßen, weil die Familien in Angst und Sorge über das Schicksal ihrer Angehörigen gelassen wurden, befanden die Richter.

Russland wird in Straßburg immer wieder wegen brutaler Übergriffe von Militärs gegen Zivilisten im zweiten Tschetschenienkrieg (1999-2009) verurteilt. Das Ministerkomitee des Europarates kontrolliert, ob die Gelder auch tatsächlich ausbezahlt werden. Die Zahlungsmoral der Russen ist im Kreis der 47 Europaratsländer recht gut.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.