US-Geheimdienst schürt Angst vor Iran

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James Clapper.

Washington - Der Iran ist nach Einschätzung der US- Spionagebehörden bereit, Terrorattacken auf amerikanischem Boden zu veranlassen, wenn er sich von den USA und dessen Verbündeten bedroht fühlt.

Der Iran ist nach Einschätzung der US- Spionagebehörden bereit, Terrorattacken auf amerikanischem Boden zu veranlassen, sollte er sich von den USA und dessen Verbündeten bedroht fühlen. Das im vergangenen Jahr aufgedeckte Komplott zur Ermordung des saudischen Botschafters in Washington stehe für eine neue aggressive Bereitschaft innerhalb der Teheraner Führung, Angriffe gegen die USA zu starten, sagte US- Geheimdienstdirektor James Clapper am Dienstag in einer Kongressanhörung weiter.

In dem Hearing ging es insgesamt um die Frage, wie die US- Geheimdienste die globale Bedrohungslage bewerten. Die Einschätzung wird alljährlich gegeben, diesmal war es der erste Bericht nach der Tötung von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden Anfang Mai 2011.

Das Komplott gegen den Botschafter zeige, “dass einige iranische Offizielle - darunter wahrscheinlich Staatsoberhaupt Khamenei - ihr Kalkül geändert haben und jetzt stärker bereit sind, eine Attacke in den USA als Antwort auf tatsächliche oder vermeintliche Handlungen auszuführen, die das Regime bedrohen“, erklärt Clapper in seiner schriftlichen Aussage vor dem Geheimdienstausschuss des Senats. “Wir sind auch besorgt, dass der Iran Komplotte gegen die USA oder alliierte Einrichtungen in Übersee schmieden könnte.“

Während seiner mündlichen Befragung signalisierte Clapper nach Angaben der “Washington Post“ das amerikanische Interesse, eine militärische Konfrontation mit dem Iran zu vermeiden und stattdessen den Druck auf das Regime durch immer weitere Sanktionen zu erhöhen. “Unsere Hoffnung ist, dass die Sanktionen...den Beginn eines Wandels in der iranischen Politik bewirken, was ihr offensichtliches Streben nach atomaren Fähigkeiten betrifft“, zitierte die Zeitung den Geheimdienstdirektor.

Weiter erklärte Clapper, die Tötung Bin Ladens und andere Schläge hätten die operative Bedeutung des “Kerns“ der Al-Kaida verringert. Die nächsten zwei bis drei Jahre seien für die USA daher hinsichtlich der Terrorbedrohung eine “kritische Übergangsphase“. Die Geheimdienste erwarteten in dieser Zeit eine weitere “Dezentralisierung“ und “Zersplitterung“, was kleiner angelegte Schläge regionaler Gruppen wahrscheinlicher mache als große mit dem Ziel von Massenopfern.

Am wahrscheinlichsten sei dabei nach wie vor, dass Attacken gegen internationale Ziele vom Al-Kaida-Arm im Jemen ausgingen, obwohl dessen Angriffsfähigkeiten durch die Tötung des Hasspredigers Anwar al-Awlaki im vergangenen Jahr vorübergehend geschwächt worden seien.

dpa

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