Nach Spionagevorwürfen gegen die App

US-Präsident Trump kündigt Verbot von beliebter Social-Media-App an - Das Unternehmen reagiert überraschend 

US-Präsident Donald Trump sitzt vor einer US-Flagge und spricht
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US-Präsident Donald Trump will die App TikTok verbieten.

Die chinesische App TikTok steht in den USA vor dem Aus. Präsident Trump will die Videoplattform verbieten. Das Unternehmen reagierte nun auf Trumps Pläne.

  • Präsident Donald Trump will die App TikTok in den USA verbieten.
  • Das chinesische Unternehmen hinter der Videoplattform war unter Spionageverdacht geraten.
  • Trump hatte zunächst andere Pläne kommuniziert. Nun reagierte das Unternehmen auf das drohende Aus in den Vereinigten Staaten.

Update vom 1. August, 13.43 Uhr: Nach der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, die Social-Media-App TikTok zu verbieten, hat eine Sprecherin der Videoplattform sich gegen die Vorwürfe des Datenmissbrauchs gewehrt. Es gehe der Plattform um kreative Inhalte, bei der „Privatsphäre und Sicherheit“ geschützt würden, hieß es.

„TikTok wird nicht in China angeboten“, meinte eine TikTok-Sprecherin gegenüber der Deutschen Presse-Agentur am Samstag. Zudem habe die chinesische Regierung keinen Zugriff auf Nutzerdaten und dieses Recht auch nie verlangt. Die Daten der Nutzer in den Vereinigten Staaten würden ausschließlich in den USA gespeichert und verarbeitet, betonte die Sprecherin.

Trotz drohendem Trump-Verbot: TikTok plant massiven Stellenausbau in den USA

Um der Skepsis aus dem Ausland zu begegnen, will das Unternehmen ByteDance, dass hinter TikTok steht, seine
internationale Plattform von der chinesischen Version trennen.

TikTok hat nach eigenen Angaben 100 Millionen Nutzer in den USA und beschäftigt dort 1.000 Mitarbeiter. Zusätzlich will das Unternehmen in den Vereinigten Staaten weitere 10.000 Stellen schaffen.

US-Präsident Trump kündigt Verbot von TikTok an: „Wir verbannen es aus den Vereinigten Staaten“

Erstmeldung vom 1. August: Washington - US-Präsident Donald Trump greift im Kampf gegen mögliche Datenspionage durch. Das Staatsoberhaupt der USA will die derzeit besonders bei jungen Menschen äußerst populäre chinesische Videoplattform TikTok verbieten.

„Was TikTok betrifft, so verbannen wir es aus den Vereinigten Staaten“, kündigte Trump, der in den vergangenen Tagen mit einer möglichen Wahlverschiebung irritierte, am Freitag vor Journalisten in der Präsidentenmaschine Air Force One an. Das Verbot der beliebten Smartphone-App soll bereits am Samstag per Dekret durchgesetzt werden, sagte Trump.

US-Präsident Trump will TikTok verbieten - Behörden warnten vor Datenspionage

Zuvor waren durch verschiedene US-Behörden Bedenken laut geworden, dass das Onlinenetzwerk der in China ansässigen Firma ByteDance möglicherweise seine Nutzerdaten an die chinesische Regierung weitergibt.

Das Committee on Foreign Investment (CFIUS) überprüfte TikTok bereits in den Vereinigten Staaten. Die Behörde nimmt Geschäfte unter die Lupe, welche die nationale Sicherheit der USA betreffen. Unterdessen wurden von TikTok bislang alle Vorwürfe über die Weitergabe von Nutzerdaten bestritten.

US-Präsident Trump plante zunächst Ausgliederung der US-Geschäfte von TikTok

Noch am Freitag hatten Medien berichtet, Präsident Trump strebe die Ausgliederung des US-Geschäfts der Smartphone-App von der chinesischen Muttergesellschaft ByteDance an. Microsoft galt dabei als potenzieller Kaufinteressent.

Zudem hatte Trump angedeutet, dass er sich den Onlinedienst genauer anschauen werde. „Vielleicht tun wir auch andere Dinge“, äußerte sich der US-Präsident zu seinen weiteren Plänen und sprach davon, dass es viele Optionen gebe. Nun vollzog Trump eine Kehrtwende und kündigte gleich das gänzliche Verbot von TikTok an.

Die App TikTok ist aktuell vor allem bei jungen Menschen extrem beliebt und hat weltweit knapp eine Milliarde Nutzer. Die Videoplattform entstand 2017, als sie sich mit der Mitsing-App Musical.ly, die mit einer Lippensynchronisierungsfunktion für selbstgedrehte Videos erfolgreich wurde, zusammenschloss. (kh)

Video: 200 Millionen Dollar als Förderung für TikTok-User?

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