US-Republikaner-Debatte ohne Sieger: Rennen weiter offen

Washington - Das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner ist weiterhin völlig offen. So lief die aktuellste TV-Debatte:

Auch bei der letzten TV-Debatte vor den Vorwahlen in Florida (31. Januar) gab es keinen eindeutigen Sieger oder Verlierer. Ex-Gouverneur und Multimillionär Mitt Romney, der nach wie vor laut landesweiten Umfragen in Führung liegt, musste sich erneut gegen Vorwürfe wegen seines persönlichen Finanzgebaren zur Wehr setzen.

Man solle “keine Leute bestrafen, weil sie wohlhabend sind. Ich bin stolz darauf, erfolgreich zu sein“, konterte Romney bei der Debatte in Jacksonville.

Die Republikaner suchen den Super-Kandidaten

Mitt Romney gilt als Favorit für die Präsidentschaftskandidatur  © dpa
Nur noch vier Politiker wetteifern darum, bei der Präsidentschaftswahl am 6. November gegen den demokratischen Amtsinhaber Barack Obama anzutreten, Mitt Romney eingeschlossen. © dpa
Mitt Romney (64) gilt wegen seines Sachverstandes in Sachen Wirtschaft und Finanzen als gefährlichster möglicher Gegner von Präsident Obama. © dapd
Romneys schärfster Konkurrent ist der für seine nicht immer parteikonformen Ansichten bekannte Kongressabgeordnete Ron Paul (76). © dapd
Ron Paul präsentiert sich als echte Alternative zu seinen Konkurrenten. Die libertären Positionen des Frauenarztes aus Texas klingen teilweise bizarr: Er ist gegen den Wohlfahrtsstaat, in der Finanzpolitik will er zurück zum Goldstandard - und die mächtige US-Notenbank soll abgeschafft werden. © dpa
Sein Credo: Der Staat bedroht die Freiheiten der Bürger, daher solle die Macht des Staates konsequent beschränkt werden. Paul lehnt viele Sicherheitsmaßnahmen gegen Terrorismus ab. Die Regierung fache die Ängste an, „so dass es Kriegsrecht geben kann“. © dpa
Auch Rick Santorum macht sich Hoffnungen, gegen Barack Obama antreten zu dürfen. © dpa
Rick Santorum, ehemaliger Senator aus Pennsylvania, steht mit seiner klaren Ablehnung des Rechts auf Abtreibung für die christlichen Konservativen. © dpa
Der frühere Sprecher des Repräsentantenhauses, Newt Gingrich (68) mit seiner Frau Callista, wirft seinen Hut ebenfalls in den Ring. Gingrich ist immer wieder für Überraschungen gut, mit denen er selbst im eigenen Lager Kopfschütteln auslöst. © dpa
So bezeichnete der gelernte Historiker, der seine akademischen Weihen gern selbst betont, die Palästinenser jüngst als „erfundenes“ Volk. Überhaupt sei er bereit, Wahrheiten zu sagen, die sonst niemand auszusprechen wage. © dpa
Die US-Grenze zu Mexiko will er von Drohnen und Zehntausenden Soldaten überwachen lassen. US-Soldaten sollten länger in Afghanistan bleiben - und dort härter vorgehen. © dpa
Rick Perry (61) ging als Senkrechtstarter ins Rennen, stürzte dann aber tief. Der Gouverneur aus Texas zog seine Kandidatur überraschend zurück. © dapd
Er ist für die Todesstrafe (in keinem Staat gibt es mehr Hinrichtungen als in Texas) und für das Recht auf Waffentragen (er hat selbst beim Joggen eine dabei). © dapd
Perrys schwacher Punkt: Bei Debatten kommt er ins Schwimmen. Er will künftig seinen bisherigen Konkurrenten Newt Gingrich unterstützen. © dpa
Auch Michele Bachmann (55) hat ihre Kandidatur zurückgezogen. Sie gilt als die neue Ikone der strikt-konservativen Tea-Party-Bewegung. Die populistische Kongressabgeordnete aus Minnesota nennt sich selbst „konsequente Konservative“: © dpa
Sie ist radikale Abtreibungsgegnerin, lehnt Homo-Ehen ab und steht der wissenschaftlichen Evolutionstheorie kritisch gegenüber. Religion sollte im öffentlichen Leben stärker betont werden. © dpa
Innenpolitisch kämpft sie gegen „Big Government“, für niedrigere Steuern und tritt für eine kompromisslose Linie gegen illegale Einwanderer ein. So will sie einen undurchdringlichen Grenzzaun zu Mexiko. © dpa
Der Diplomat und frühere Gouverneur von Utah, Jon Huntsman, war bereits zuvor aus dem Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner ausgestiegen. © dpa
Huntsman will künftig Mitt Romney bei dessen Bewerbung unterstützen. © dapd
Der zeitweise zu den Favoriten gezählte Geschäftsmann Herman Cain stolperte über Skandale und Patzer und warf das Handtuch. © dpa

Seinem ärgsten Widersacher, Ex-Parlamentspräsident Newt Gingrich, hielt Romney vor, er habe für einen der größten Hypothekenfinanzierer Lobbyarbeit betrieben, der mitverantwortlich für die schwere Finanzkrise 2008 war. Weitere Themen waren illegale Immigration sowie Raumfahrt. Der libertäre Bewerber Ron Paul sprach sich für einen neuen politischen Kurs gegenüber Kuba aus. Allerdings war die 19. TV-Debatte seit dem Sommer ohne allzugroße Schärfe und persönliche Attacken.

Umfragen zufolge liegt Romney zwar in Florida, wo am kommenden Dienstag abgestimmt wird, knapp vorn. Aber Experten gehen davon aus, dass das Rennen noch Wochen weitergehen wird. Endgültig entscheidet erst der Republikaner-Parteitag im Sommer, wer gegen Präsident Barack Obama antreten soll. Die Präsidentenwahlen sind am 6. November.

dpa

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