US-Vorwahlen

Trumps Vorsprung schrumpft - Wirbel um Schweigen

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Donald Trump.

Washington - Ist Präsidentschaftsbewerber Trump auf dem absteigenden Ast? Sein mauer Auftritt in der zweiten TV-Debatte der Republikaner schadete ihm jedenfalls. Zudem löste er neuen Wirbel aus - diesmal durch Schweigen an falscher Stelle.

Der Vorsprung von US-Milliardär Donald Trump ist nach seinem jüngsten eher schwachen Auftritt in einer TV-Debatte der republikanischen Präsidentschaftsbewerber geschrumpft. Das geht aus einer am Sonntag veröffentlichten CNN/ORC-Umfrage hervor. Demnach gelang der ehemaligen Hewlett-Packard-Topmanagerin Carly Fiorina ein kometenhafter Aufstieg auf den zweiten Platz des Bewerberfeldes.

Trump beherrschte aber auch am Wochenende weiter die innenpolitischen Schlagzeilen in den USA - diesmal aber nicht wegen umstrittener Äußerungen, sondern wegen Schweigens zu krass falschen Behauptungen. Bei einer Wahlkampfveranstaltung in Iowa widersprach er einem Fragesteller nicht, der sich generell abfällig über Muslime geäußert und US-Präsident Barack Obama als einen von ihnen bezeichnet hatte.

Später erklärte Trump im Kurznachrichtendienst Twitter und in Fernsehinterviews, er sei nicht moralisch dazu verpflichtet, Obama zu verteidigen. Dem Sender CNN sagte er: „Ich liebe Muslime. Sie sind großartige Leute.“

In der Umfrage unter potenziellen republikanischen Wählern - der ersten nach der Fernsehdebatte am vergangenen Mittwochabend (Ortszeit) - sprachen sich CNN zufolge 24 Prozent für Trump aus. Vor einer Woche lag er der Webseite Realclearpolitics zufolge bei einem durchschnittlichen Umfragewert von 30,5 Prozent. Carly Fiorina, der allgemein ein starker Debatten-Auftritt bescheinigt wurde, schnellte von 3,3 Prozent auf 15 Prozent.

Der Kinder-Neurochirurg Ben Carson rutschte mit 14 Prozent auf den dritten Platz ab, Senator Marco Rubio (11 Prozent) kletterte auf Rang vier, und Floridas Ex-Gouverneur Jeb Bush (9 Prozent) dümpelt auf einem bescheidenden fünften Platz.

Experten äußerten am Wochenende die Erwartung, dass Trump im Zuge der jüngsten „Muslim“-Kontroverse weiter in der Wählergunst abrutscht. Der Fragesteller hatte gesagt: „Wir haben ein Problem in diesem Land. Es wird Muslime genannt... Wir wissen, der derzeitige Präsident ist einer...Er ist nicht einmal Amerikaner.“ Weiter wollte er von Trump wissen, was dieser als Präsident gegen muslimische Terrorcamps in den USA tun wolle. Trump vermied eine direkte Antwort darauf.

Sowohl Demokraten als auch mehrere innerparteiliche Rivalen kritisierten sein Schweigen scharf. Der republikanische Mitbewerber Lindsay Graham forderte gar eine Entschuldigung, Jeb Bush nannte Obama in einer Rede einen talentierten Mann, „und übrigens, er ist ein Amerikaner, ein Christ“.

dpa

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