US-Wahl 2020 im Senat

US-Senat: Martha McSally verliert in Arizona - und gesteht Niederlage nicht ein

Die Demokraten wollen bei der US-Wahl die Senatsmehrheit der Republikaner kippen. In Arizona gewinnen sie - die republikanische Senatorin weigert sich jedoch, die Niederlage anzuerkennen. 

  • Neben der Entscheidung zwischen Donald Trump* und Joe Biden* geht es bei der US-Wahl 2020 auch um 35 Sitze im Senat.
  • Die Republikaner* verfügen seit 2014 über eine Mehrheit im US-Senat. Das ist neben dem Repräsentantenhaus eine der zwei Kammern im US-Kongress.
  • US-Wahlen 2020*: Alle Nachrichten und Neuigkeiten im Überblick.

>>> Ticker aktualisieren <<<

Update vom Mittwoch, 11.11.2020, 14.35 Uhr: Bei der Senatswahl in Arizona kann die republikanische Amtsinhaberin Martha McSally ihren demokratischen Herausforderer Mark Kelly mathematisch nicht mehr einholen. Dennoch weigert sie sich, ihre Niederlage einzugestehen. Die Nachrichtenagentur „Associated Press“ hat den Sieg Kellys bereits vor einer Woche prognostiziert. Seitdem ist es um die 54-Jährige erstaunlich ruhig. Sie hat sich weder an Kelly oder ihren Wahlkreis gewandt, noch eine Nachricht in den sozialen Medien hinterlassen, in denen sie im Vorfeld der US-Wahl äußerst aktiv war.

Schon vor zwei Jahren verlor McSally in einer Senatswahl, damals gegen Kyrsten Sinema. In einem Video gab sie sich geschlagen, gratulierte der Siegerin zum Einzug in den Senat und wünschte ihr Erfolg. Nun scheint sie sich den Methoden von Donald Trump angeschlossen zu haben, Niederlagen schlicht nicht einzusehen. In der Vergangenheit hatte sie Trump oftmals kritisiert. Jedoch gilt Martha McSally spätestens seit diesem Jahr als absolute Loyalistin des US-Präsidenten.

US-Wahl im Senat: Nachfolge von Kamala Harris in Kalifornien bleibt offen

+++ 14:05 Uhr: Kamala Harris wird nach dem Wahlsieg von Joe Biden und ihrem daraus resultierenden Einzug als Vizepräsidentin ins Weißen Haus ihren Senatssitz abgeben und dem Gremium ab sofort vorstehen. Im Fall einer Stimmengleichheit im US-Senat wird sie das Zünglein an der Waage und kann den Patt brechen. Um ihren regulären Sitz ist in Kalifornien ein Wettrennen ausgebrochen.

Nach dem Gesetz des bevölkerungsreichsten Bundesstaates der USA ist es dem Gouverneur, derzeit Gavin Newsom, erlaubt, einen vakanten Sitz bis zur regulären Neuwahl zu besetzen. Der Demokrat Newsom wurde im Vorfeld der US-Wahl danach befragt, ob sich bereits potenzielle Kandidatinnen oder Kandidaten gemeldet hätten. Newsoms scherzhafte Antwort: „Sie könnten der Einzige sein, der sich noch nicht gemeldet hat. Es sei denn, Sie haben es gerade getan.“

Rennen um US-Senat: Nachfolge von Kamala Harris ungeklärt

Da in den USA nur 33 der 100 Senatssitze gemeinsam mit der Präsidentschaftswahl gewählt werden und die übrigen 77 erst bei den Halbzeitwahlen (Midterm Elections) zwei Jahre später, wäre der oder die Nachfolger:in von Kamala Harris zwei Jahre im Amt und würde 2022 mit einem Amtsbonus in die demokratischen Vorwahlen gehen.

Als mögliche Kandidaten gelten laut Information des „Guardian“ der derzeitige kalifornische Secretary of State Alex Padilla und der Generalstaatsanwalt von Kalifornien, Xavier Becarra. In beiden Fällen wäre erstmals ein kalifornischer US-Senatssitz mit einem Latino besetzt. Als Geheimfavoriten nennt der „Guardian“ die Abgeordnete im Repräsentantenhaus Karen Bass, der vor der Ernennung von Kamala Harris selbst gute Chancen auf die Nominierung als Vizepräsidentschaftskandidatin eingeräumt wurden, sowie ihre Kolleg:innen Katie Porter und Rohitt „Ro“ Khanna. Khanna, dessen Vater ein Unterstützer der indischen Unabhängigkeitsbewegung von Mahatma Gandhi war, wäre der zweite Senatsabgeordnete mit indischen Wurzeln. Er würde damit in die Fußstapfen der ersten und bisher einzigen Senatorin mit indischen Vorfahren treten: Kamala Harris.

Kamala Harris im US-Senat: Es wird spannend, wer ihr als Senatorin nachfolgt, sobald sie als Vizepräsidentin ins Weiße Haus einzieht.

Update vom Montag, 09.11.2020, 10.30 Uhr: Alexandria Ocasio-Cortez, die demokratische Abgeordnete im Repräsentantenhaus, kündigt an, für eine Mehrheit der Demokraten im US-Senat zu kämpfen, um Verhandlungen mit Republikanern künftig zu vermeiden. Das erzählte sie Jake Tapper von „CNN“ in einem Interview.

Alexandria Ocasio-Cortez im Interview am Rande der US-Wahl 2020. (Archivfoto)

„Theoretisch kann man im Repräsentantenhaus verabschieden, was man will“, so Tapper. Aber es nützt alles nichts, wenn es im Senat verendet. Wie wollen Sie also verhandeln? Werden Sie mit moderateren Republikanern zusammenarbeiten, um etwas auch durch den Senat zu bekommen?“, fragte er. „Naja“, antwortete die progressive Demokratin Ocasio-Cortez, „ich werde in den nächsten paar Monaten alles tun [...], um sicherzugehen, dass wir keine republikanische Mehrheit im Senat haben, dass wir die Rennen in Georgia gewinnen, dass wir die Mehrheit der Demokraten im Senat sichern, damit wir eben nicht verhandeln müssen.“

US-Wahl im Senat: Abgeordneter kündigt Kampf mit harten Bandagen an

Es sei sehr wichtig, dass alle zusammenarbeiten, um Joe Biden und Kamala Harris zum Amtsantritt im Januar einen demokratischen Senat zu überlassen, betonte Ocasio-Cortez.

Die Mehrheit im Senat wird sich aller Voraussicht nach bei zwei Stichwahlen in Georgia Anfang Januar entscheiden, die die demokratischen Kandidaten Jon Ossoff und Raphael Warnock gewinnen müssen. Der demokratische Oppositionsführer im Senat, Chuck Schumer, hatte am Sonntag bei einem öffentlichen Auftritt in New York versprochen, die USA und die Welt zu „verändern“, sollten die Demokraten siegen.

US-Wahl im Senat: Stichwahlen in Georgia entscheiden über die Mehrheit

Update vom Sonntag, 08.11.2020, 17.08 Uhr: Das Rennen um die Präsidentschaft ist entschieden: Joe Biden zieht im Januar ins Weiße Haus ein. Nun schauen die USA gespannt auf Georgia. Stichwahlen werden über die Mehrheit im US-Senat entscheiden - für den Präsidenten spielt der Senat eine wichtige Rolle. Aufgrund einer besonderen Situation stehen in Georgia gleich zwei Sitze zur Wahl.

Der republikanische Senator Johnny Isakson trat bereits letztes Jahr aufgrund von gesundheitlichen Gründen zurück. Geplant war eine Amtszeit bis 2022. Kelly Loeffler (R) übernahm im Senat und will ihren Sitz nun verteidigen. Bei der diesjährigen Senatswahl forderten sie Doug Collins (R) und Raphael Warnock (D) heraus. Collins hat sich bereits aus dem Rennen verabschiedet. Zudem muss sich Senator David Perdue (R) dem jungen Demokraten Jon Ossoff stellen. Weil am 3. November keiner der Kandidat:innen 50 Prozent der Stimmen erhielt, finden im Januar Stichwahlen statt.

  • Stichwahlen für den US-Senat in Georgia:
  • Senator David Perdue (R) gegen Jon Ossoff (D)
  • Senatorin Kelly Loeffler (R) gegen Raphael Warnock (D)
Der Demokrat Jon Ossoff will für Georgia in den Senat.

Nach der US-Wahl am 3. November liegt die Verteilung der Sitze im Senat zwischen Republikanern und Demokraten bei 48 zu 48. Die Rennen in North Carolina und Alaska sind noch nicht durch. Allerdings wird jeweils ein Sieg des republikanischen Amtsinhabers erwartet. Deshalb müssen die Demokraten die verbleibenden zwei Rennen in Georgia gewinnen, um die Mehrheit zu erhalten. Dann würde es 50 zu 50 stehen, doch die baldige Vize-Präsidentin Kamala Harris hätte die entscheidende Stimme zugunsten der Demokraten.

US-Wahl im Senat: Mark Kelly gewinnt in Arizona - Demokraten erneut mit Chance auf Mehrheit

+++23.19 Uhr: Kamala Harris wird im Januar 2021 die erste weibliche Vizepräsidentin der USA. Bisher war die Politikerin aber Senatorin für Kalifornien. Durch ihr neues Am wird dieser frei und steht damit zur Wahl. Der bald vakante Sitz steht nach dem Sieg nun wieder vermehrt im Fokus, wie die New York Times berichtet.

+++ 20:38 Uhr: Die Mehrheit der Republikaner im US-Senat schmilzt. Der NASA-Astronaut Mark Kelly liegt in Arizona gegen Amtsinhaberin Martha McSally so deutlich vorn, dass sowohl CNN als auch Fox News Kellys Sieg bestätigt haben. Damit liegen die beiden Parteien jetzt mit 48 zu 48 Sitzen gleich auf. Wird Joe Biden, wie gemeinhin in den US-Medien erwartet, neuer Präsident der USA, reichen den Demokraten 50 Sitze.

Das heißt, dass die Demokraten noch zwei der drei derzeit offenen Rennen in Georgia und North Carolina für sich entscheiden müssen, um entgegen der düsteren Prognosen aus der Wahlnacht tatsächlich neben dem Weißen Haus und dem Repräsentantenhaus auch den Senat zu kontrollieren. Bei einem Gleichstand von jeweils 50 Senatssitzen entscheidet nämlich der Vizepräsident bzw. die Vizepräsidentin - Kamala Harris wäre dann das Zünglein an der Waage. Eine kaum zu unterschätzende Entwicklung, wäre es einem Präsidenten Biden doch gegen einen republikanischen Senat kaum möglich, größere strukturelle Projekte umzusetzen oder einen möglicher Weise frei werdenden Richterstuhl am Supreme Court zu besetzen.

Erst NASA-Astronaut, jetzt Senator: Demokrat Mark Kelly nimmt den Republikanern in Arizona einen Sitz weg.

+++ 15:33 Uhr: Völlig unerwarteter Weise wird es neben Georgia auch in North Carolina noch einmal spannend. Thom Tillis, der Mann hinter dem Versuch der Republikaner, „Obamacare“ im Senat zu kippen, ist entgegen aller Vorhersagen noch nicht durch. Der Abtreibungsgegner, der sich auch vehement dafür einsetzt, die „Homo-Ehe“ in den USA zu verbieten, liegt in North Carolina nur knapp vor seinem demokratischen Herausforderer Cal Cunningham.

Weniger als 100.000 Stimmen trennen die beiden Kontrahenten, Tillis liegt nach 93 Prozent ausgezählten Stimmen mit 48,73 Prozent vor Cunningham mit 46,94. Da auch in North Carolina Briefwahlstimmen erst am Ende ausgezählt werden, ist es nicht unmöglich, dass Cunningham auf den letzten Metern noch am Amtsinhaber vorbeizieht und ihm den Sitz im US-Senat abnimmt.

Update von Freitag, 06.11.2020, 05:47: Die Zahlen bleiben konstant, Jon Ossoff kann seinen Angriff auf David Perdue sogar noch ausbauen. Republikaner Perdue liegt inzwischen in Georgia nur noch bei 49,87 Prozent der ausgezählten Stimmen, Ossoff kommt auf 47,81. Damit schält sich die Gewissheit heraus, dass es zu einer Stichwahl im Januar um den Sitz im US-Senat kommen wird, Amtsinhaber Perdue wird es kaum noch schaffen, seinen Senatssitz vorher abzusichern.

US-Wahl 2020 im Senat: Demokraten hoffen weiter auf den Bundesstaat Georgia

+++ 23:32 Uhr: Es ist beinahe eine politische Sensation. Jon Ossoff scheint es wirklich zu gelingen, Amtsinhaber David Perdue in die Stichwahl zu zwingen, nachdem der Republikaner lange Zeit deutlich in Führung gelegen hatte. Kurz nach 23 Uhr mitteleuropäischer Zeit sieht es danach aus, worauf alle Demokraten gehofft und was alle Republikaner als Albtraum gesehen haben: David Perdue ist bei 98 Prozent ausgezählten Stimmen unter die 50 Prozent gefallen, die ihm seinen Senatssitz auf weitere vier Jahre sichern würden.

Sein demokratischer Herausforderer Ossoff liegt jetzt bei 47,74 Porzent, Perdue nur noch bei 49,95. In den letzten Stunden hatte Perdue kontinuierlich an Vorsprung eingebüßt, ähnlich wie bei der Präsidentschaftswahl zwischen Donald Trump und Joe Biden gelten die erst spät ausgezählten und eher den Demokraten zugerechneten Briefwahlstimmen als Grund für die Aufholjagd in Georgia.

Sollte David Perdue, genau wie seine Senatskollegin aus Georgia, Kelly Loeffler, in die Stichwahl müssen, können sich die Demokraten doch noch eine Chance darauf ausrechnen, neben der Präsidentschaft und dem Repräsentantenhaus auch den Senat unter ihre Kontrolle zu bekommen. Es wäre der größtmöglich anzunehmende Unglücksfall für die Republikaner, da ein potentieller Präsident Joe Biden so „durchregieren“ und wichtige Reformvorhaben umsetzen könnte, ohne dass den Republikanern die Möglichkeit bliebe, die Politik Bidens im Senat zu behindern.

David Perdue (R) und Jon Ossoff (D): Auf den letzten Metern des Rennens für den US-Senat in Georgia zeichnet sich eine Stichwahl ab.

US-Wahl 2020 im Senat: Krimi in Georgia - Demokraten hoffen auf Stichwahl

+++ 14:03 Uhr: Das Rennen zwischen David Perdue und Jon Ossoff in Georgia entwickelt sich zu einem echten Krimi. Beim Stand von 98 Prozent ausgezählter Stimmen im Staat, auf den auch die Präsidentschaftskandidaten Donald Trump und Joe Biden in ihrem eigenen Rennen gespannt schauen, liegt der Republikaner Perdue nur noch hauchdünn vorn. Er führt zu diesem Zeitpunkt mit 50,03 Prozent vor seinem demokratischen Herausforderer Ossoff, der mit 47,66 Prozent zwar keine realistische Siegchance mehr hat, Perdue jedoch in eine Stichwahl zwingen könnte, sollte dieser noch unter die „magische“ Marke von 50 Prozent fallen.

Donald Trump beschwert sich unterdessen über Ergebnisse aus Michigan. Dort konnte sich der Amtsinhaber Gary Peters (Demokraten) knapp gegen seinen republikanischen Herausforderer John James durchsetzen, nachdem James zuvor lange in Führung gelegen hatte. Mit 49,87 zu 48,25 Prozent bleibt der Sitz demokratisch. Das passt Trump gar nicht. Auf Twitter macht er seinem Unmut Luft: Michigan habe „nun die notwendigen Stimmen gefunden“, um „einen wundervollen jungen Mann, Jon James, aus dem US-Senat herauszuhalten.“ Der Präsident fügt hinzu: „Was für eine furchtbare Sache, die hier passiert.“

US-Wahl im Senat: Demokraten könnten immer noch ein Patt erreichen

+++ 09.30 Uhr: Noch ist das Rennen um den Senat nicht entschieden. Sicher ist allerdings, dass die von den Demokraten erhoffte blaue Welle ausgeblieben ist. Doch noch immer können sie auf ein Patt hoffen. Das wäre im Grunde wie ein Sieg, denn bei Stimmengleichheit liegt die Entscheidung im Senat bei Vizepräsidentin Kamala Harris - so denn Joe Biden tatsächlich ins Weiße Haus einzieht.

Derzeit kommen Demokraten und Republikaner auf jeweils 48 Stimmen im Senat - offen sind noch die Ergebnisse zu vier Sitzen, die von Republikanern gehalten werden. Klar ist auch, dass über einen von ihnen im Bundesstaat Georgia erst im Januar in einer Nachwahl zwischen Kelly Loeffler (R) und Raphael Warnock (D) entschieden wird.

Darauf hoffen die Demokraten auch bei der Wahl um den zweiten Senatssitz von Georgia. Sollte der Republikaner David Perdue dort weniger als 50 Prozent der Stimmen bekommen, käme es zu einer Stichwahl zwischen ihm und dem Demokraten Jon Ossoff. Derzeit liegt Perdue bei 50, 1 % der Stimmen.

Um welche Sitze im Senat noch gekämpft wird:

BundesstaatRepublikanerDemokrat
AlaskaDan SullivanAl Gross
GeorgiaDavid PerdueJon Ossoff
North CarolinaThom TillisCal Cunningham

US-Wahl im Senat: Demokraten verteidigen Sitz in Michigan

+++ Donnerstag, 05.11.2020, 07.20 Uhr: Die Demokraten haben einen Sitz im US-Senat verteidigt, bei dem sie zuletzt deutlich im Nachteil gesehen wurden. Ihr Senator Gary Peters setzte sich am Ende doch noch gegen den republikanischen Herausforderer John James durch, wie die Nachrichtenagentur AP in der Nacht zum Donnerstag auf Grundlage von Wählerbefragungen und ersten Stimmauszählungen meldete.

Damit ist klar, dass es den Demokraten mindestens gelingen wird, die Mehrheit der Republikaner im Senat von 53 auf 52 der 100 Stimmen zu verringern. Vor den Senatswahlen am Dienstag hatten ihnen Umfragen gute Chancen gegeben, die Mehrheit in der Kongress-Kammer zu erobern. Aber in mehreren Rennen, in denen demokratische Herausforderer als Favoriten galten, konnten die Republikaner ihre Sitze verteidigen.

Raphael Warnock geht in Georgia in die Stichwahl.

Mehrheit rückt für Demokraten in weite Ferne

+++ 21.52 Uhr: Im Bundesstaat Maine wird die republikanische Amtsinhaberin Susan Collins als Siegerin der Senatswahl hervorgehen. Die demokratische Herausforderin Sara Gideon gestand ihre Niederlage noch während der Auszählung der Stimmen ein. „Ich habe gerade mit Senatorin Collins gesprochen. Ich gratulierte ihr zum Sieg in dieser Wahl“, sagte Gideon in einer Rede am Mittwochnachmittag.

+++ 19.52 Uhr: Nach einer überraschend erfolgreichen Wahlnacht für die Republikaner in der Senatswahl sieht es für die Demokraten weiterhin schlecht aus, noch die Mehrheit im Senat zu gewinnen. In Alabama verloren die Demokraten ihren Sitz erwartungsgemäß. Nun zeichnet sich auch in Michigan eine Niederlage ab. Der republikanische Herausforderer John James liegt in Hochrechnungen gegen Demokrat und Amtsinhaber Gary Peters vorne. Die Stimmen sind bald ausgezählt.

Die Demokraten gewinnen dafür in Colorado und aller Voraussicht nach in Arizona. In einem engen Rennen um den US-Senat in North Carolina liegt der republikanische Amtsinhaber Thom Tillis knapp vor Demokrat Cal Cunningham. Auch knapp ist in Georgia bei der Wahl zwischen dem republikanischen Senator und Trump-Verbündeten David Perdue und dem jungen Demokraten Jon Ossoff. Für eine Mehrheit müssen die Demokraten insgesamt drei Sitze „flippen“, also die amtierenden Republikaner jeweils ablösen. Sollte Joe Biden die Präsidentschaftswahl verlieren, werden vier zusätzliche Sitze im Senat benötigt.

Die wichtigsten Rennen um einen Sitz im US-Senat mit den aktuellen Ergebnissen im Überblick.

BundesstaatRepublikaner:inStimmanteilDemokrat:inStimmanteilSieger:inAusgezählte Stimmen
AlabamaTommy Tuberville60,3%Doug Jones (A)39,6%Tommy Tuberville95%
AlaskaDan Sullivan (A)61,7%Al Gross31,8%?35%
ArizonaMartha McSally (A)46,6Mark Kelly53,4%?81%
ColoradoCory Gardner (A)44%John Hickenlooper53,9%John Hickenlooper88%
GeorgiaDavid Perdue50,7%Jon Ossoff47%?96%
Georgia SonderwahlKelly Loeffler (Doug Collins)26,5 % (20,4%)Raphael Warnock31,9%Stichwahl am 5. Januar90%
IowaJoni Ernst (A)51,8%Theresa Greenfield45,2%Joni Ernst91%
MaineSusan Collins (A)49,7%Sara Gideon43,5%?77%
MichiganJohn James49,3%Gary Peters48,7%?89%
North CarolinaThom Tillis (A)48,7%Cal Cunningham46,9%94%
South CarolinaLindsey Graham (A)56,3%Jaime Harrison42,4%Lindsey Graham94%
TexasJohn Cornyn (A)53,7%MJ Hegar43,7%John Cornyn96%

US-Wahl 2020 im Senat: Demokraten erleiden Rückschläge im Kampf um die Mehrheit

+++ 10.00 Uhr: Die Hoffnungen der Demokraten, bei der US-Wahl 2020 die Kontrolle im Senat zu erringen, haben sich so gut wie zerschlagen. Mehrere republikanische Senatoren, die als Wackelkandidaten galten, konnten ihre Sitze verteidigen. Bisher hielten die Republikaner eine Mehrheit von 53 der 100 Sitze. Stand 9.45 Uhr MEZ konnten die Demokraten einen Sitz aufholen - sie hatten nach Berechnungen der Nachrichtenagentur AP 45 Sitze, die Republikaner 47.

Ein erfreuliches Ergebnis für die Demokraten war der Erfolg des früheren Astronauten Mark Kelly gegen die Republikanerin Martha McSally in Arizona. Die Demokraten könnten allerdings auch noch einen ihrer bisherigen Sitze verlieren - für Gary Peters in Michigan sah es während der Auszählung der Stimmen wie erwartet nicht gut aus.

Demnach waren noch die Ergebnisse zu fünf Republikanern und einem Demokraten offen. Die Hochrechnungen sprechen aber für die Republikaner. Über einen Sitz davon - im Bundesstaat Georgia - wird erst Anfang Januar in einer Stichwahl entschieden. Die zwei unabhängigen Kandidaten, die in diesem Jahr nicht zur Wahl standen, werden den Demokraten zugerechnet.

US-Wahl 2020 im Senat: Republikaner gewinnt in Montana

+++ 08.40 Uhr: Nun ereilt die Demokraten der nächste schwere Schlag im Kampf um den Senat. Denn auch in Montana können die Republikaner einen Sieg feiern. Steve Daines besiegte seinen demokratischen Herausforderer Steve Bullock, den Gouverneur des Bundesstaates. Damit sind die Chancen der Demokraten, die Mehrheit im Senat zu gewinnen, noch weiter gesunken.

US-Wahl 2020 im Senat: Demokratin verliert in Iowa

+++ 06.50 Uhr: Die Demokraten hoffen darauf, endlich wieder die Mehrheit im Senat zurückzuerobern. Doch jetzt gab es einen herben Rückschlag: Die Republikanerin Joni Ernst ist in Iowa wiedergewählt worden. Demokraten hatten auf einen Erfolg von Theresa Greenfield gesetzt, die in den Umfragen zuletzt in Führung gelegen hatte. Auch in anderen Staaten sieht es derzeit gut für die Republikaner aus.

US-Wahl 2020 im Senat: Demokraten brauchen noch einige Sitze, um Mehrheit zu übernehmen

+++ 5.52 Uhr: Können die Demokraten die Mehrheit im Senat noch gewinnen? Mit Colorado hat die Partei einen Sitz gewonnen, in Alabama einen verloren. Sollte Joe Biden das Rennen gegen Donald Trump machen und US-Präsident werden, benötigen die Demokraten drei zusätzliche Sitze. Wenn Trump im Amt bleibt, brauchen sie vier. Mit Iowa, Arizona und North Carolina sind noch spannende Rennen offen, in denen die Demokraten den Sitz „flippen“ könnten. Allerdings sieht es derzeit so aus, als würden die Republikaner mit Kandidat John James Michigan gewinnen. Einen weiteren Verlust können sich die Demokraten nicht erlauben.

+++ 5.30 Uhr: In Louisiana und Mississippi gewinnen die republikanischen Amtsinhaber:innen Bill Cassidy und Cindy Hyde-Smith und bleiben im Senat.

US-Wahl 2020 im Senat: Stichwahl in Georgia

+++ 5.25 Uhr: In der US-Wahl für den Senat in Georgia scheidet Republikaner Doug Collins aus dem Dreifach-Rennen zwischen ihm, der republikanischen Amtsinhaberin Kelly Loeffler und dem Demokraten Raphael Warnock aus. Im Januar wird es zur Stichwahl zwischen den verbleibenden Kandidat:innen kommen. Collins sicherte Loeffler bereits seine Unterstützung zu. Warnock könnte für Georgia und die USA ein „Desaster“ werden, schrieb Collins auf Twitter.

+++ 5.09 Uhr: In Kansas gewinnt Republikaner Roger Marshall und zieht in den Senat ein. In Idaho wird der republikanische Amtsinhaber Jim Risch wiedergewählt. In Oregon siegt der Demokrat Jeff Merkley und bleibt ebenfalls im Senat. Demokrat Jay Inslee wird im Bundesstaat Washington wiedergewählt.

+++ 4.20 Uhr: In South Carolina wird der Republikaner und Verbündete von Donald Trump, Lindsey Graham wiedergewählt. Er setzt sich gegen den demokratischen Herausforderer Jaime Harrison durch. In Texas gewinnt Republikaner John Cornyn gegen MJ Hegar und bleibt damit Senator. Der ehemalige Football-Trainer Tommy Tuberville gewinnt als republikanischer Kandidat in Alabama und löst damit den demokratischen Senator Doug Jones ab.

Lindsey Graham

US-Wahl 2020: Demokrat John Hickenlooper gewinnt in Colorado und zieht in den Senat ein

+++ 4.04 Uhr: Die Demokraten gewinnen einen Sitz im Senat und sind damit einer möglichen Mehrheit einen Schritt näher gerückt. John Hickenlooper setzt sich im Bundesstaat Colorado gegen den republikanischen Amtsinhaber Cory Gardner durch.

In North Carolina kommt es zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem republikanischen Senator Thom Tillis und dem demokratischen Herausforderer Cal Cunningham. Etwa 84 Prozent der Stimmen sind ausgezählt. Tillis liegt derzeit mit weniger als 3.000 Stimmen vorn, wie eine Grafik der „New York Times“ zeigt.

+++ 3.15 Uhr: Die Republikanerin Cynthia Lummis wird die Wahl um den offenen Sitz im US-Senat für Wyoming gewinnen. Das berichtet die „New York Times“. In South Dakota und Nebraska werden die republikanischen Amtsinhaber Mike Rounds und Ben Sasse wiedergewählt.

+++ 2.48 Uhr: In der Wahl um 35 Sitze im US-Senat werden die ersten Sieger:innen ersichtlich. In Kentucky gewinnt Mitch McConnell, der im Senat Mehrheitsführer der Republikaner ist, die Wiederwahl. McConnell setzt sich gegen die demokratische Herausforderin Amy McGrath durch. Das berichtet „CNN“. In Tennessee gewinnt der Republikaner Bill Hagerty. In Oklahoma, Arkansas und West Virginia siegen die republikanischen Amtsinhaber:innen Jim Inhofe, Tom Cotton und Shelley Moore Capito. In den Bundesstaaten Rhode Island, Massachusetts, New Hampshire, New Jersey, Illinois, Vermont, Virginia und Delaware können Demokrat:innen ihre Wiederwahl feiern.

Der republikanische US-Senator Mitch McConnell wird in Kentucky wiedergewählt.

+++ 23.25 Uhr: In Arizona zeichnet sich ein Sieg des demokratischen Kandidaten für den US-Senat, Mark Kelly, ab. Die Nachrichten- und Statistikseite „FiveThirtyEight“ gibt Kelly eine Chance von 78 Prozent, sich gegen die republikanische Amtsinhaberin Martha McSally durchzusetzen. In Umfragen führe er mit 2,9 Prozentpunkten. Arizona könnte sich für die Demokratische Partei als wichtig erweisen, die Kontrolle im Senat zurückzuerobern. McSally sagte, dass eine Stimme für Kelly eine Stimme für die „radikale Linke“ um Joe Biden sei.

In South Carolina hat Senator Lindsey Graham seine Stimme abgegeben. Vor einem Wahllokal in der Kleinstadt Seneca zeigte sich der Republikaner beeindruckt von der hohen Wahlbeteiligung der demokratischen Wählerschaft in diesem Jahr. Republikanische Unterstützerinnen und Unterstützer rief der Verbündete von US-Präsident Donald Trump auf, die „Lücke zu schließen.“ „An meine republikanischen Freunde: Wir müssen heute zahlreich erscheinen“, sagte er. Grahams Herausforderer in South Carolina ist der Demokrat Jaime Harrison.

US-Wahl: Republikanern droht der Kontrollverlust im Senat

Update vom Dienstag, 03.11.2020, 11.25 Uhr: Eines der spannendsten Senatsrennen ist in South Carolina: Hier greift der Schwarze Demokrat Jaime Harrison mit einem beispiellosen Zufluss an Spendengeldern den alteingesessenen Trump-Intimus Lindsey Graham an, der aktuell dem Justizausschuss des Senats vorsitzt. Graham flehte zuletzt mehrmals pro Woche die Zuschauer beim Sender Fox News an, ihm mehr Geld zu überweisen: „Ich gehe hier unter.“

Doch nach den neuesten Umfragen scheint Lindsey Graham noch einmal seinen Sitz verteidigen zu können. Ein Erfolf von jamie Harrison wäre auf jeden Fall äußerst überraschend.

US-Wahl 2020: Senat seit 2014 in Hand der Republikaner - Gewinnen die Demokraten die Mehrheit zurück?

Erstmeldung vom 02.11.2020: Washington - Am 3. November 2020 stehen in den USA 35 von 100 Sitzen im Senat zur Wahl. Der Ausgang wird große Auswirkungen auf die US-Politik der nächsten Jahre haben. Mit einer Niederlage in den Kongresswahlen und der Präsidentschaftswahl* droht der Republikanischen Partei (auch GOP genannt für „Grand Old Party“) der völlige Kontrollverlust in Washington.

Um die Mehrheit im US-Senat zu erlangen, müssen die Demokraten* (auch Democrats oder Dems genannt) mindestens drei Sitze gewinnen, da die Republikaner derzeit mit 53 zu 47 Senatoren und Senatiorinnen die Kontrolle haben. Sollte Joe Biden die Präsidentschaftswahl nicht gewinnen, werden sogar vier benötigt.

Der US-Senat tagt im Kapitol in Washington, D.C.. Bei der US-Wahl 2020 geht es auch um Sitze im Senat.

Dass die Demokraten den Senat in den USA wieder unter ihre Kontrolle bekommen, ist dabei realistisch. In Alabama zeichnet sich zwar eine Niederlage des demokratischen Amtsinhabers Doug Jones gegen den Republikaner Tommy Tuberville ab, dafür tendieren Arizona, Colorado, Maine, Iowa und North Carolina zu den demokratischen Kandidatinnen und Kandidaten. Diese Wahlen zum Senat sind besonders spannend (A steht für Amtsinhaberin oder Amtsinhaber):

BundesstaatKandidat:in der Republikanischen ParteiKandidat:in der Demokratischen Partei
AlabamaTommy TubervilleDoug Jones (A)
ArizonaMartha McSally (A)Mark Kelly
ColoradoCory Gardner (A)John Hickenlooper
GeorgiaDavid Perdue (A)Jon Ossoff
Georgia (Sonderwahl)Kelly Loeffler (A), Doug CollinsRaphael Warnock
IowaJoni Ernst (A)Theresa Greenfield
MaineSusan Collins (A)Sara Gideon
MichiganJohn JamesGary Peters (A)
MontanaSteven Daines (A)Steve Bullock
North CarolinaThom Tillis (A)Cal Cunningham
South CarolinaLindsay Graham (A)Jaime Harrison
TexasJohn Cornyn (A)MJ Hegar

US-Wahl 2020: Demokraten könnten die Mehrheit im Senat gewinnen

Jeder Bundesstaat, unabhängig von der Bevölkerungszahl, verfügt über zwei Senatorinnen oder Senatoren. Der Senat ist mit dem Repräsentantenhaus Teil des Kongresses. Ein Bundesgesetz wird zunächst im Haus verabschiedet, anschließend muss es durch den Senat. Dort werden zudem hohe Regierungsbeamte ernannt.

Wenn ein US-Präsident beispielsweise eine Position in einem Ministerium, Bundesgericht* oder einer Botschaft besetzen möchte, wird zunächst „Rat und Zustimmung“ vom Senat benötigt.

US-Wahl 2020 am 3. November 2020: Warum werden nur 35 von 100 Sitzen im Senat gewählt?

Die Senatorinnen und Senatoren werden in den USA für eine Legislaturperiode von sechs Jahren gewählt. Die Wahlen finden alle zwei Jahre und jeweils für ein Drittel des Senats statt. Somit wird bei jeder Wahl immer nur ein Teil der Kammer ersetzt.

Durch die chaotisch verlaufende Briefwahl kann es zu Verzögerungen in der Auszählung der Stimmen kommen. Welche Partei die Mehrheit im Senat gewinnt, könnte sich möglicherweise erst im Januar herausstellen. Im Bundesstaat Georgia werden gleich zwei Sitze umkämpft*, in denen sich Stichwahlen abzeichnen. Diese würden erst am 5. Januar 2021 stattfinden, zwei Tage nachdem der neue Senat erstmals zusammentrifft. (Lukas Rogalla) *merkur.de und fr.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © Courtney Pedroza/AFP

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.