Bizarres Interview des US-Präsidenten

Donald Trump lässt sich von Sohn interviewen und verbreitet abstruse Theorie über Joe Biden

Donald Trump will zurück in den Wahlkampf. Das beweist der US-Präsident bei nahezu jedem öffentlichen Auftritt. Auch im Interview mit „Team Trump“.

  • Donald Trump* hält eine Rede im Rosengarten des Weißen Hauses. 
  • US-Präsident übt harsche Kritik an Barack Obama und Joe Biden - und verbreitet eine Lüge
  • Donald Trump erfindet „Aids-Impfstoff“

Update vom Freitag, 19.06.2020, 19:20 Uhr: Am 21. Juni ist Vatertag in den USA. Diesen Anlass nutzt Donald Trump Junior*, um dem nach seinen Worten „mächtigsten Vater der Welt“ ein paar Fragen zu stellen. Gemeint ist natürlich Donald Senior, amtierender US-Präsident.

Donald Trump lässt sich von seinem Sohn feiern

Entstanden ist ein rund 20 Minuten langes Video, das Donald Trump Junior* in seinem Podcast namens „Triggered“ veröffentlicht. Die Welt bekommt zu sehen, wie der Sohn des US-Präsidenten zu Beginn mit seinem Vater im Weißen Haus über die Frage scherzt, warum Ivanka Trump* Donalds unbestrittenes Lieblinskind ist. Um dann auf Angriffsmodus umzuschalten.

Donald Trump nutzt den familiären Dialog zum Rundumschlag. Die Football-Liga NFL bekommt ihr Fett weg, weil sie Sportlern erlauben will, während der Nationalhymne zu knien. „Das ist langweilig. Dann schaut niemand mehr zu“, lautet Trumps Prognose.

Donald Trump schießt gegen Joe Biden mit abstruser Theorie

Selbstverständlich kommt das Gespräch auch auf Joe Biden. Als unglaubliche Neuigkeit verkaufen Donald Trump Senior und Junior eine abstruse Theorie, nach der Osama Bin Laden, der Al-Kaida-Führer, Joe Biden als US-Präsident befürwortet. Oder befürwortet hätte, hätten ihn nicht US-Soldaten im Jahr 2011 auf Befehl von Trumps Vorgänger Barack Obama getötet.

Die Trumps erklären die Angelegenheit mit halbgaren Berichten, dass Bin Laden und die Al-Kaida einen perfiden Plan ausgeheckt gehabt hätten, mit dem Ziel, Obama zu töten. Nicht, weil ein Attentat auf einen US-Präsidenten alleine ausreicht, sondern um Joe Biden an die Macht zu bringen, und das Land dadurch zu destabilisieren.

Weil die Geschichte so schön ist, kündigt Donald Trump* sogar einen eigenen Werbespot dazu an.

Donald Trump auf Tour: Oklahoma freut sich

Update, 21:50 Uhr: Kevin Sitt, Gouverneuer von Oklahoma, legt nach. Die liberalen Medien würden die Corona-Pandemie übertreiben. Auch wenn die Infektionszahlen in Oklahoma steigen würden, alles sei unter Kontrolle.

Das dürfte der US-Präsident gerne hören, plant Donald Trump doch eine große Kundgebung im besagten Bundesstaat am Samstag. „Wir freuen uns auf Sie“, sagte Sitt in Vorausschau auf das Event.

Donald Trump lässt sich loben und lobt sich selbst

Update, 21:45 Uhr: Eigentlich soll es um die Unterstützung der Politik für mittelständische Betriebe gehen, doch bislang dreht sich alles nur um die wunderbare Arbeit, die Donald Trump und seine Regierung in der Corona-Pandemie geleistet hat.

Das zumindest betonen sowohl Kevin Sitt, Gouverneur aus Oklahoma, als auch Pete Ricketts, sein Kollege aus Nebraska. Beide beweihräuchern den US-Präsidenten.

Update vom Donnerstag, 18.06.2020, 21:30 Uhr: Donald Trump nimmt in diesem Moment an einer öffentlichen Runde im Weißen Haus mit Gouverneuren der US-Bundesstaaten teil. Darunter Kevin Sitt, Gouverneur von Oklahoma, dem Bundesstaat, in dem Trump bald eine Großkundgebung abhalten will.

Donald Trump kritisiert Barack Obama und Joe Biden und tischt Lüge auf

Update vom Mittwoch, 17.06.2020, 20.55 Uhr: Donald Trump hält öfter mal merkwürdige Reden. Nur einen Tag nach seiner Ansprache, in der er sich zur Polizei und den Anti-Rassismus-Protesten äußerte, verkündete er ein Programm, um den Suizid von Kriegsveteranen zu verhindern.    

Dabei hielt er sich mal wieder nicht ganz an die Wahrheit. So kritisierte er seinen Amtsvorgänger Barack Obama und dessen Vize Joe Biden für ihren Umgang mit Kriegsveteranen und sprach dann auch davon, dass sie in ihrer Amtszeit nichts zuwege gebracht hätten. Und dann behauptete Trump, dass er für das „Veterans Choice“-Gesetz verantwortlich sei. „Sie haben so lange versucht, es durchzubringen“, so Trump, es sei ihnen aber nicht gelungen. 

Das war glatt gelogen: Obama hat das Gesetz im Jahr 2014 unterzeichnet. Doch das ist nicht zwingend überraschend bei der seit Jahren anhaltenden Fehde Barack Obama gegen Donald Trump*.

Unterdessen berichtet John Bolton in seinem Enthüllungsbuch über die E-Mail-Affäre von Ivanka Trump und das Ablenkungsmanöver ihres Vaters Donald Trump.

Donald Trump erfindet einen Impfstoff gegen Aids

Update, 20.15 Uhr: Donald Trump hat in der Rede im Rosengarten auch über die Corona-Krise in den USA gesprochen. Es sei eine „Pest aus China“ gewesen, die da über die USA gefegt wäre, aber er, Trump, werde „alles wieder aufbauen. Es geht wieder von vorne los.“

Trump ist sich sicher, dass die Pandemie bald überwunden ist. Die besten Wissenschaftler der Welt seien damit beschäftigt, einen Impfstoff zu entwickeln. Es seien die „schlauesten und brilliantesten Leute“, die es gibt, und zum Beweis sagte Trump: „Sie haben den Impfstoff gegen Aids entwickelt“. Einen Impfstoff gegen das HI-Virus, das die Krankheit Aids auslösen kann, gibt es bis heute nicht. 

Trump selbst schien kurz darauf zu merken, dass ihm ein Fehler unterlaufen war, nur zugeben wollte er das nicht. Er sprach stattdessen lieber von „verschiedenen Behandlungsmethoden für Aids“. Und selbst wenn es keine baldige Impfung gegen das Sars-CoV-2 Virus gebe, würde es ohnehin „von selbst verschwinden“.

Update vom Dienstag, 16. Juni 2020, 19.05 Uhr: Nach wochenlangen Protesten gegen Rassismus hat US-Präsident Donald Trump den Angehörigen von Opfern von Polizeigewalt Gerechtigkeit versprochen. „Ihre Lieben werden nicht umsonst gestorben sein“, sagte Trump bei einem Auftritt im Rosengarten des Weißen Hauses nach einem Treffen mit Angehörigen. Anschließend unterzeichnete er eine Verfügung für Polizeireformen. 

Donald Trump: Polizisten sollen Würgegriff nur noch im Notfall einsetzen

Trump kündigte unter anderem an, Polizisten sollten Würgegriffe nur noch einsetzen dürfen, wenn ihr Leben in Gefahr sei. Mit dem Dekret sollen Rekrutierung, Ausbildung und Einsatzregeln für Polizisten verbessert werden. 

Trump sagte, die Rechenschaftspflicht der Polizei müsse verbessert werden. Es müsse mehr Transparenz geben. In die Polizeiausbildung müsse mehr investiert werden. Amerikaner glaubten aber auch daran, dass „die tapferen Männer und Frauen“ bei der Polizei Unterstützung verdienten, so Trump. Er wandte sich eindringlich gegen Forderungen, Polizeibehörden die Mittel zu kürzen. „Ohne Polizei gibt es Chaos, ohne Gesetz gibt es Anarchie“, sagte er.

Die USA seien laut Trump ein Land, dessen „Männer und Frauen Recht und Ordnung wollen. Sie reden vielleicht nicht darüber, sie wissen vielleicht noch nichtmal, dass sie es wollen. Aber sie wollen es“, sagte Trump.

Trump macht Wahlkampf

Trump nutzte die Rede im Rosengarten, um Wahlkampf zu machen. So sprach er statt von der Polizeigewalt gegen Schwarze plötzlich von der stetig sich erholenden Wirtschaft, vom Aktienmarkt und von den Umsätzen im Einzelhandel.

Zudem behauptete er an einer Stelle, dass Barack Obama und Joe Biden „nie versucht“ hätten, die Polizeireform in Angriff zu nehmen. Das entspricht mal wieder nicht der Wahrheit. In Wirklichkeit hat die Obama-Regierung eine Reihe von Initiativen zu diesem Thema gestartet.

Update vom Dienstag, 16. Juni 2020, 17:45 Uhr: Donald Trump plant als Reaktion auf die anhaltenden Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt in den ganzen USA eine Rede zu halten. Trump will sich aus dem Rosengarten des Weißen Hauses an seine Landsleute wenden. Spekuliert wird darüber, ob der US-Präsident Reformen ankündigen wird.

Proteste in den USA: Donald Trump plant Rede zu „Rasse und Einheit“

Erstmeldung vom 11.06.2020

Die USA kommen seit dem Tod von George Floyd nicht zur Ruhe. Nach einem Wochenende voll von Protesten anlässlich des Todes von George Floyd planen Mitarbeiter des Weißen Hauses eine Rede Donald Trumps über „Rasse und Einheit“. Trump soll sich am kommenden Woche an die USA wenden, deutete Ben Carson, Minister für Wohnungsbau und Stadtentwicklung im Kabinett Trump, in einem Interview gegenüber dem Nachrichtensender CNN an. 

Donald Trump: US-Präsident will Ansprache halten

US-Präsident Donald Trump hat Floyds Tod mehrfach verurteilt. Ihm wird jedoch vorgeworfen, sich nicht klar gegen Rassismus zu positionieren und nicht genug Verständnis zu zeigen für den Zorn über Diskriminierung und Ungerechtigkeit im Land. Auch sein Besuch einer nahegelegenen Kirche inklusive des Einsatzes von Tränengas gegen Demonstranten hatte einen Aufschrei unter Gläubigen und Atheisten gleichermaßen verursacht. Um zu deeskalieren, könnte Trump nun in seiner Rede klar Stellung beziehen. 

Auch Donald Trumps Umgang mit den Protesten sorgte für Aufsehen. So bezeichnete er die Ausschreitungen als „Akte von inländischem Terror“ und er appellierte an alle Bürgermeister und Gouverneure, „eine überwältigende Polizeipräsenz“ zu zeigen, „bis die Gewalt niedergeschlagen ist“. 

Tod von George Floyd: Donald Trumps Umgang mit den Protesten in der Kritik 

George Floyd war am 25. Mai bei einer brutalen Festnahme in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota gestorben. Ein weißer Polizeibeamter hatte sein Knie fast neun Minuten lang in den Nacken des am Boden liegenden Floyd gedrückt - trotz aller Bitten des 46-Jährigen, ihn atmen zu lassen. Floyd war wegen des Verdachts, mit einem falschen 20-Dollar-Schein bezahlt zu haben, festgenommen worden. Seit seinem Tod ist es in den USA - und auch weltweit - zu großen Protesten gegen Polizeigewalt, Rassismus und Diskriminierung gekommen.

Von Marvin Ziegele 

Einen Tag vor der Beerdigung des getöteten George Floyd trifft sich der demokratische  Präsidentschaftskandidat Joe Biden mit der Familie des Getöteten. Zahlreiche Statuen in den USA ehren umstrittene historische Persönlichkeiten. Die Kunstwerke geraten ins Visier der Proteste wegen des Todes von George Floyd.

Donald Trumps Sohn Barron soll unglücklich sein und seinen Vater nicht mögen. Im Internet verbreitet sich diese Theorie unter Jugendlichen. Was steckt dahinter? Der älteste Sohn von Donald Trump dagegen will sein Buch im Eigenverlag* veröffentlichen. Lektoren braucht er nicht – das beweisen die Rechtschreibfehler auf dem Titel. *fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks. 

Rubriklistenbild: © AFP

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