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Putins Hyperschallrakete: Was die „unbesiegbare“ Geheimwaffe so gefährlich macht

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Von: Nico Scheck

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Russland setzt im Ukraine-Krieg erstmals die Rakete des Typs „Ch-47M2 Kinschal“ ein. Die Hyperschallrakete gilt als Geheimwaffe in Putins Arsenal - und sie stellt die Nato vor ein Rätsel.

Moskau – Sie ist schnell, sie ist präzise - und sie gilt als Putins Geheimwaffe. Der Ukraine-Konflikt tobt unaufhörlich, erstmals hat Russland nun die Rakete vom Typ Kinschal, geschimpft „Ch-47M2 Kinschal“ eingesetzt. Wie die afp berichtet, war es wohl das erste Mal überhaupt, dass die Hyperschallrakete jemals zum Einsatz kam. Der Ukraine-Krieg als Uraufführung, sozusagen.

Russlands Präsident Wladimir Putin rühmte die hochmoderne Waffe anno 2018 nach dem ersten erfolgreichen Test als „praktisch unbesiegbar“. Doch was macht die Rakete so gefährlich?

Putins Geheimwaffe: Hyperschallrakete „Kinschal“ zerstört Munitionsdepot in der Ukraine

Tatsächlich hat die Hyperschallrakete im Ukraine-Krieg beim ersten Einsatz ordentlich Schaden angerichtet. Nach Angaben aus Moskau wurde mit der Hyperschallrakete „Kinschal“ (dt.: Dolch) ein Raketenarsenal im Gebiet Iwano-Frankiwsk zerstört. So sei das unterirdische Munitionsdepot der ukrainischen Luftwaffe in Deljatyn im Südwesten der Ukraine am Freitag (18.03.2022) durch die ballistische Rakete vernichtet worden, erklärte Generalmajor Igor Konoschenkow, ein Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, am Samstag.

Russland hat als erstes Land der Welt Hyperschallraketen entwickelt. Diese Raketen sind in der Lage, bei extremer Geschwindigkeit Höhe und Richtung zu ändern - und somit der gegnerischen Flugabwehr auszuweichen. Anlass für die Entwicklung der Raketen war der Wille Moskaus, den in Europa stationierten US-Raketenschild überwinden zu können. Nun kam sie erstmals gegen die Ukraine zum Einsatz.

Im Oktober 2021 hatte Russland die Hyperschallrakete getestet. Jetzt kam sie erstmals im Ukraine-Krieg zum Einsatz. 
Im Oktober 2021 hatte Russland die Hyperschallrakete getestet. Jetzt kam sie erstmals im Ukraine-Krieg zum Einsatz.  © AFP PHOTO/RUSSIAN DEFENCE MINISTRY

Hyperschallrakete „Kinschal“: Russlands Waffe mit „hoher Zerstörungskraft“

Wassili Kaschin, Militärexperte und Leiter eines Forschungszentrums in Moskau, sprach nach dem Einsatz der Kinschal-Rakete von einer „Weltpremiere“. Ganz offensichtlich habe das russische Militär die Rakete unter Kampfbedingungen einsetzen wollen. Laut Kaschin sei das Waffendepot im Dorf Deljatyn ein naheliegendes Ziel für eine Kinschal-Rakete gewesen, denn: „Solche Infrastruktur ist mit klassischen Raketen nur schwer zu zerstören. Wegen seiner hohen Geschwindigkeit hat die Hyperschallrakete eine höhere Durchschlags- und Zerstörungskraft.“

Die Hyperschallrakete vom Typ Kinschal erreicht eine Geschwindigkeit von Mach 10, also rund 12.000 Stundenkilometern. Dabei trägt sie bis zu 480 Kilogramm Sprengstoff oder einen nuklearen Sprengkopf. Laut russischen Angaben verfügt der neuartige Raketentyp über eine Reichweite von bis zu 2000 Kilometern. Damit wären die meisten europäischen Großstädte für die Kinschal binnen 10 bis 30 Minuten erreichbar.

Abgeschossen werden die Hyperschallraketen von den russischen Kampfflugzeugen MiG-31. Damit verlängert sich deren Reichweite um die zurückgelegte Flugstrecke. Erst in sicherer Entfernung vom Flugzeug zündet das eigene Raketentriebwerk.

Ukraine-Krieg: Was Putins Hyperschallrakete „Kinschal“ so gefährlich macht

Besonders tückisch an Putins Hyperschallrakete Kinschal ist dessen Geschwindigkeit und Mobilität. Die Rakete ist noch schneller als die herkömmlichen Überschallwaffen. Und anders als ballistische Flugkörper bleibt sie auch spät im Flug noch gut manövrierbar. Damit bleibt der gegnerischen Luftabwehr nur wenig Zeit für eine Reaktion.

Nach Abschuss steigt die Kinschal auf eine Höhe von 18 bis 20 Kilometern. Gelenkt wird sie vermutlich mit einem so genannten Inertialen Navigationssystem und dem Satelliten-Navigationssystem GLONASS. Weil die Rakete ihre Flughöhe in der Atmosphäre verändern kann, sind Ausweichmanöver jederzeit möglich.

Hyperschall-Rakete
Ein Mikoyan MiG-31 Abfangjäger der russischen Luftwaffe beladen mit einer ballistischen Luft-Boden-Rakete „Kinschal“. © Pavel Golovkin/AP/dpa

USA hinkt bei Hyperschallraketen hinterher

Russland ist nicht die einzige Nation, die über diesen Waffentyp verfügt. Auch China ist laut afp im Besitz solcher Raketen. Nordkorea besitzt zumindest flugfähige Prototypen. Seit Jahren investierten auch die USA viele Milliarden Dollar in die Entwicklung und Produktion von Hyperschallwaffen. Der Erfolg ist bislang überschaubar. Als großes Problem gelten offenbar die extrem hohen Temperaturen, die beim Flug der Raketen entstehen.

Neben den USA listet die Nato in einem Papier von 2020 auch Forschungen in Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Australien und Indien auf. Zum Teil geht es dabei aber auch um die Abwehr der Hyperschallraketen. Das hat Gründe.

Hyperschallrakete „Kinschal“: Westen hat „keine Verteidigung“ gegen Putins Geheimwaffe

Denn auch die Abwehrsysteme im Westen hinken hinterher. „Wir haben keine Verteidigung, die den Einsatz einer solchen Waffe gegen uns verhindern könnte“, gab US-Luftwaffengeneral John Hyten 2018 zu. In einem Bericht der Münchener Sicherheitskonferenz von 2019 heißt es: „Hyperschallraketen mit ihrer neuartigen Kombination von Geschwindigkeit und Manövrierfähigkeit können alle gegenwärtigen Raketenabwehrsysteme überwinden und verkürzen radikal die Reaktionszeit des angegriffenen Akteurs.“ Zu spüren bekommen hat das nun leidlich die Ukraine. (nc mit afp)

Unterdessen erleidet Russland im Ukraine-Krieg derzeit schwere Verluste. Daher will Putin nun Verstärkung aus dem Osten schicken.

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