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Schusswaffengewalt in den USA: Trauriger Opfer-Rekord bei Kindern

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Von: Johanna Soll

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7000 Paar Schuhe auf dem Rasen des US-Kapitols. Sie stehen für die Kinder, die in den USA seit dem Schulmassaker in der Sandy Hook Grundschule im Jahr 2012 durch Schusswaffen getötet wurden (Datum: 13.03.2018)
7000 Paar Schuhe auf dem Rasen des US-Kapitols. Sie stehen für die Kinder, die in den USA seit dem Schulmassaker in der Sandy Hook Grundschule im Jahr 2012 durch Schusswaffen getötet wurden (Datum: 13.03.2018) © Ting Shen/dpa

Schusswaffen sind in den USA die häufigste Todesursache bei jungen Menschen. Einer, der das ändern will, ist der junge demokratische Abgeordnete Maxwell Frost.

USA – Es sind nur noch wenige Tage bis zum neuen Jahr und in den USA hat das Jahr 2022 bereits einen traurigen Rekord aufgestellt: Laut dem Gun Violence Archive (Schusswaffengewaltarchiv) wurden bisher in den USA mindestens 6036 Kinder durch Schusswaffen getötet oder verletzt. Bis Dienstag (27. Dezember) wurden in dem Land 306 Kinder unter 12 Jahren durch Schusswaffen getötet und weitere 668 verletzt. Bei jungen Menschen im Alter von 12 bis 17 Jahren wurden 1328 auf diese Weise getötet und 3734 verletzt.

In diesen Zahlen enthalten sind die 19 Kinder – nicht aber die zwei Erwachsenen –, die bei dem Schulmassaker am 24. Mai in der Robb Elementary School in Uvalde im US-Bundesstaat Texas, getötet wurden. Seit 2014 führt das Gun Violence Archive eine gesonderte Statistik für Todesfälle und Verletzungen von Kindern durch Schusswaffen. In einem Tweet weist die Organisation darauf hin, dass 2022 zum ersten Mal die Zahl 6000 überschritten wurde – was das Project Unloaded als „herzzerreißend und vermeidbar“ bezeichnete.

Schusswaffen sind aktuell die häufigste Todesursache von Kindern und Jugendlichen im Alter von 1 bis 19 Jahren in den USA – noch vor Verkehrsunfällen, Krebs, angeborenen Erkrankungen und anderweitig verursachten Verletzungen. 2020 starben in dem Land mit den meisten Schusswaffen im Besitz der Zivilbevölkerung rund 5,6 von 100.000 jungen Menschen durch Schusswaffen. Im Vergleich dazu, waren es in Deutschland 2020 gerade einmal 0,1 von 100.000.

Maxwell Alejandro Frost bezeichnet seine Altersgruppe als „Generation Mass Shooting“

Das Thema „Schusswaffengewalt“ könnte für einen Newcomer aufseiten der Demokraten im Repräsentantenhaus nicht wichtiger sein: Maxwell Alejandro Frost. Der 25-jährige Student und politische Aktivist aus Florida ist das erste Mitglied der Generation Z, das im Zuge der Midterms in den Kongress gewählt wurde. Frost bezeichnete seine Altersgruppe als „Generation Mass Shooting“. Es gibt keine treffende deutsche Übersetzung für dieses Wort, das Taten meint, bei denen mehrere Menschen mittels einer Schusswaffe verletzt oder getötet werden. „Es fühlt sich an“, so Frost, „als hätte ich an mehr Schusswaffenmassaker-Übungen als Feueralarmübungen teilgenommen“, sagt er.

Maxwell Alejandro Frost (25) – der neu gewählte Abgeordnete bezeichnet seine Altersgruppe als „Generation Mass Shooting“
Maxwell Alejandro Frost (25) – der neu gewählte Abgeordnete bezeichnet seine Altersgruppe als „Generation Mass Shooting“ © Anna Moneymaker/AFP

Im Parlament sind es insbesondere die Republikaner, die schärfere Schusswaffengesetze mithilfe der Schusswaffenlobby NRA verhindern. „Ich wage zu behaupten“, sagt Maxwell Frost, „dass schärfere Schusswaffengesetze das am langsamsten voranschreitende Thema in der Bundesregierung sind, das die meiste Berichterstattung in den Medien erhält, wenn etwas passiert.“

Als Abgeordneter will Frost sich dafür einsetzen, dies zu ändern. Wie die Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez zählt auch Maxwell Frost zu den progressiven Demokraten, hat lateinamerikanische Wurzeln, kommt aus einer Arbeiterfamilie und nennt den linken Senator Bernie Sanders seinen Mentor. (Johanna Soll)

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