USA: Enges Rennen beim "Super Tuesday"

Washington - Das Rennen zwischen Mitt Romney und Rick Santorum um die Präsidentschaftskandidatur ist auch nach zehn Vorwahlen am “Super Tuesday“ nicht entschieden.

Favorit Mitt Romney konnte zwar in mindestens fünf Bundesstaaten punkten - nach einem dramatischen Zweikampf unter anderem im besonders wichtigen Ohio. Aber es gelang ihm nicht, sich entscheidend von seinem hartnäckigen Verfolger Rick Santorum abzusetzen. Der erzkonservative Ex-Senator brachte es auf drei Siege und ließ keinen Zweifel daran, dass er sich auf eine lange Fortsetzung der Vorwahl-Schlacht vorbereitet.

Damit bleibt weiter offen, wen die Partei bei der Präsidentschaftswahl im November als Kandidat gegen den demokratischen Amtsinhaber Barack Obama aufstellen wird.

Romney gewinnt hauchdünn in Ohio

Romney siegte am Dienstag klar in Massachusetts, Virginia, Vermont und Idaho. Ohio entschied er hauchdünn mit 38 Prozent der Stimmen für sich, Santorum kam hier auf 37 Prozent. Nach Auszählung von 68 Prozent der Stimmen hatte Romney auch in Alaska mit 33 Prozent der Stimmen die Nase vorn - gefolgt von Satorum mit 30 Prozent. Santorum gewann in Oklahoma, Tennessee und North Dakota. Ohio kommt als hart umkämpfter “Swing State“ bei Präsidentenwahlen eine besondere Bedeutung zu. Ein Sieg in diesem Staat hat nach Einschätzung von Experten einen großen symbolischen Wert.

Ex-Parlamentspräsident Newt Gingrich gewann lediglich in Georgia, will aber trotzdem im Rennen bleiben. Nach dem Sieg in seiner Heimatstaat setzt er nun auf die anstehenden Abstimmungen in den Südstaaten Alabama und Mississippi sowie im Bundesstaat Kansas, wo bereits am kommenden Samstag abgestimmt wird. Auch der radikalliberale Kongressabgeordnete Ron Paul erweckte nicht den Eindruck, in näherer Zukunft aufgeben zu wollen. Er hoffte auf ein gutes Abschneiden bei der Abstimmung in Alaska.

Bei einem Auftritt in Steubenville (Ohio) feierte sich Santorum bereits als Sieger des Tages: “Wir haben im Westen gewonnen, im Mittelwesten und im Süden und wir sind bereit, überall in diesem Land zu gewinnen“. Er stellte sich in seiner Rede als Außenseiter dar, der trotz geringer Ausgangschancen - vor allem wegen mangelnder finanzieller Ausstattung - große Erfolge feiern kann. “Es gab keinen einzigen Staat, in dem ich mehr Geld ausgegeben habe als die Leute, gegen die ich dort gewann“, sagte er.

Romney seinerseits präsentierte sich demonstrativ als Herausforderer von Obama. “Ich stehe bereit, ... unser Land zum Wohlstand zu führen“, sagte er vor jubelnden Anhängern in Boston (Massachusetts). Auf seine Rivalen ging der schwerreiche Geschäftsmann kaum ein.

Super Tuesday

Am Super Tuesday stimmen die Wähler in zehn US-Staaten über den Kandidaten der Republikaner bei der Präsidentschaftswahl im Herbst ab. Gewählt wird in Alaska, Georgia, Idaho, Massachusetts, North Dakota, Ohio, Oklahoma, Tennessee, Vermont und Virginia. Nach unterschiedlichen Verfahren werden die am Dienstag erzielten Stimmen in Delegierte umgerechnet. Diese nominieren beim Parteitag der Republikaner Ende August in Tampa im US-Staat Florida einen Kandidaten, der bei der Wahl am 6. November gegen den amtierenden Präsident Barack Obama antritt.

dpa/dapd

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