Ziele: Verbindlicher Ganztagsunterricht, individuelles Lernen, kein Sitzenbleiben

Verbände für Grundschul-Reform

Gemeinsames Lernen als Ziel: Unser Symbolbild zeigt Schulanfänger im August in Staufenberg-Landwehrhagen. Archivfoto: Maaß

Hannover. Verbindlicher Ganztagsunterricht, individuelles Lernen und kein Sitzenbleiben mehr: Eine tiefgreifende Reform der Grundschule haben drei niedersächsische Bildungsverbände am Dienstag in Hannover gefordert. Sowohl benachteiligte als auch hochbegabte Kinder sollten in der modernen Grundschule besser gefördert werden, betonte der Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Eberhard Brandt.

Der Reformvorschlag der GEW, des Grundschulverbands und des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) sieht die landesweite Einführung der Ganztagsschule bis 15 Uhr und eine bessere Personalausstattung vor.

Hintergrund ist der Gesetzentwurf zur sogenannten Inklusion, den die Landesregierung seit längerem vorbereitet. Er geht zurück auf eine UN-Konvention über die Rechte Behinderter. „Bisher hat die Landesregierung nichts Substanzielles hingekriegt zu diesem Thema“, kritisierte Brandt. Nach Angaben der Verbände soll das Gesetz vom Schuljahr 2012/2013 an behinderten Kindern den Besuch von regulären Schulen ermöglichen.

Nach dem Reformvorschlag sollen die Mädchen und Jungen je nach Begabung das Pensum der ersten beiden Schuljahre in ein bis drei Jahren absolvieren. Um Kinder mit Lern- oder Sprachschwierigkeiten sollen sich Förderschullehrer kümmern, die am regulären Unterricht beteiligt sind.

Schüler sollen nicht mehr auf eventuellen Förderbedarf getestet werden. „Das Stempeln muss aufhören“, sagte die VBE-Vorsitzende Gitta Franke-Zöllmer. Pädagogen-Teams sollen sich um die höchstens 24 Schüler zählenden Klassen kümmern. Statt nur Betreuung soll es auch nachmittags echte Bildungsangebote geben.

Bauliche Veränderung

Die Grundschulen müssten sich auch baulich verändern: Klassen-, Fach- und Gruppenräume, Küche und Mensa für das gemeinsame kostenfreie Mittagessen seien notwendig. Wie viel die Reform kosten würde, konnten die Verbände nicht beziffern.

Grundschulen in Brennpunkten sollten aber eine besonders gute Ausstattung erhalten. „Wir wollen die soziale Benachteiligung ausgleichen“, betonte die Vorsitzende des Grundschulverbands, Christiane Töller-Weingart. Die Fraktionen der SPD und Grünen im Landtag begrüßten das Modell. (lni)

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.