Verband: Kritik an BAMF-Mitarbeitern "populistisch"

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Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Nürnberg. Foto: Armin Weigel

Berlin (dpa) - Der Verband der Beschäftigten der obersten und oberen Bundesbehörden hat die Kritik am Arbeitstempo im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zurückgewiesen. Die Forderung aus den Bundesländern, die BAMF-Mitarbeiter müssten mehr arbeiten, sei "populistisch".

In der Behörde werde bereits "bis an die Schmerzgrenze gearbeitet", teilweise kämen weit über 50 Stunden pro Woche zusammen, sagte der Verbandsvorsitzende Hartwig Schmitt-Königsberg der "Südwest Presse".

Mit Blick auf die Forderung nach Schichtdiensten zeigte sich Schmitt-Königsberg skeptisch. Eine große Verwaltungsbehörde mit festen Arbeitsplätzen sei nicht mit der Polizei oder der Feuerwehr zu vergleichen.

Schmitt-Königsberg, dessen Verband unter dem Dach des Deutschen Beamtenbundes die Interessen der BAMF-Beschäftigten vertritt, machte die Bundesregierung für den Stau an Asylanträgen in der Bundesbehörde verantwortlich: "Jetzt rächt es sich, dass die Politik zu spät auf den exorbitanten Anstieg der Asylbewerberzahlen reagiert hat."

Derweil ist die offizielle Asyl-Prognose des Bundes für das laufende Jahr übertroffen worden. Von Jahresbeginn bis Ende November wurden fast 965 000 Flüchtlinge in Deutschland registriert - und damit bereits mehr als vom Bund bis zum Jahresende vorausgesagt. Mehr als die Hälfte der Schutzsuchenden (rund 484 000 Menschen) kamen aus Syrien, wie das Bundesinnenministerium am Montag in Berlin mitteilte.

An Rang zwei und drei der Hauptherkunftsländer folgten Afghanistan und der Irak. Allein im November wurden demnach bundesweit gut 206 000 Flüchtlinge registriert. Allerdings sind bei diesen Zahlen Doppel-Erfassungen laut Innenressort nicht auszuschließen.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte bis zum Jahresende eine Zahl von 800 000 Asylbewerbern vorausgesagt. De Maizière verteidigte seine Vorhersage: "Die Prognose war im August diesen Jahres nachvollziehbar und schlüssig", sagte er am Montag in Berlin. "Sie ist übertroffen worden wegen der besonders steigenden Zahlen seit Mitte August." Für das verbleibende Jahr werde er keine neue Prognose mehr vorlegen.

De Maizière sagte, in den vergangenen ein bis zwei Wochen sei eine deutliche Reduzierung der Zugangszahlen zu erkennen gewesen. "Das ist noch keine Trendwende, aber das ist eine gute Entwicklung."

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