Niemand sollte erniedrigt werden

Kommentar zum Verdacht auf Polizeigewalt: Zu früh für ein Urteil

Die Vorwürfe gegen den Bundespolizisten wiegen schwer. Wenn sich als wahr erweisen sollte, was der NDR erfuhr, dann läuft der Mann Gefahr, nach einem Schuldspruch auch seinen Beruf zu verlieren. Zu Recht. Ein Kommentar von HNA-Nachrichtenchef Tibor Pézsa.

Kein Polizist sollte irgendwen so erniedrigend behandeln. Nicht nur in Deutschland nicht. Für die Opfer macht es wohl keinen Unterschied, ob die von ihnen erlittenen Misshandlungen Normal- oder Einzelfälle waren. Für die Bewertung des Vorgangs ist dies aber entscheidend.

Sogleich von einem Polizeiskandal zu sprechen, wie es die Lobbyorganisation Pro Asyl tut, erscheint voreilig. Denn wie müsste die Bewertung ausfallen, wenn die Sache nur deswegen öffentlich wurde, weil besonnene Kollegen das Fehlverhalten an ihrer Dienststelle keinesfalls hinnehmen wollten? Und sich zunächst intern, dann mit einer Strafanzeige um Aufklärung und Abhilfe bemühten? Dann wäre der vermeintliche Polizeiskandal das Gegenteil, nämlich der Beweis dafür, dass Kontrolle und Selbstkontrolle bei der Bundespolizei zuverlässig funktionieren.

Vergessen wir auch nicht, wie der Normalfall an Bahnhöfen aussieht: Es sind Polizisten, die sich beschimpfen und bespucken lassen müssen und dennoch professionell handeln müssen. Dafür verdienen sie keine Sonderrechte, aber auch keine Skandalisierung.

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