Kurz vor Rede zu Giftanschlag

"Verdächtiges Paket" - Substanz wohl ungefährlich

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Die Beziehungen zwischen Großbritannien und Russland haben sich in der jüngeren Vergangenheit verschlechtert.

Nach dem Fund eines "verdächtigen Pakets" im britischen Parlament sind zwei Menschen ins Krankenhaus eingeliefert worden. Kurze Zeit später sollte die Rede zu einem heiklen Thema stattfinden.

Update 12. März 19.10 Uhr: Die Flüssigkeit, die sich in dem Paket befand, stellte sich bei den Untersuchungen als ungefährlich heraus. Das Paket war wohl an einen muslimischen Labour-Abgeordneten adressiert. 

London - Kurz vor einer Rede von Premierministerin Theresa May zum Giftanschlag auf einen russischen Ex-Spion ist im britischen Parlament ein "verdächtiges Paket" entdeckt worden. Zwei Menschen seien "vorsorglich" ins Krankenhaus eingeliefert worden, teilte die Polizei am Montag mit. Experten seien vor Ort, um den Inhalt des Pakets zu analysieren. Um 16.30 Uhr (17.30 Uhr MEZ) wollte May vor den Abgeordneten eine Rede zum Fall des vergifteten ehemaligen Doppelagenten Sergej Skripal halten.

Vor den Abgeordneten könnte May britischen Medienberichten zufolge eine Verwicklung Russlands in den Vorfall bekannt geben. Der 66-jährige Russe Skripal und seine 33-jährige Tochter Julia waren am 4. März in Salisbury südwestlich von London bewusstlos auf einer Bank aufgefunden worden. Den britischen Strafverfolgungsbehörden zufolge wurden sie Opfer eines Mordversuchs mit einem Nervengift. Ihr Zustand wird als weiterhin lebensbedrohlich, aber stabil bezeichnet. Ein Polizist ist ebenfalls schwer erkrankt, aber ansprechbar.

Spannungen zwischen Großbritannien und Russland

May könnte laut der Zeitung "The Times" harte Reaktionen gegen Moskau verkünden. Sie habe unter anderem die Ausweisung von Diplomaten und die Annullierung von Visa von Russen mit Verbindungen zum Kreml geprüft. Am Montagvormittag hatte May mit dem Nationalen Sicherheitsrat über den Fall beraten. In dem Gremium sind auch mehrere Minister sowie hochrangige Vertreter der Armee und der Geheimdienste vertreten. An den Ermittlungen sind mehr als 250 Beamte beteiligt.

Der russische Präsident Wladimir Putin sagte am Montag, London solle zunächst seine Haltung zu dem Fall klären. "Danach werden wir mit ihnen darüber diskutieren", fügte er auf die Frage eines BBC-Journalisten hinzu, wie die Nachrichtenagentur Interfax meldete. Zuvor hatte Putins Sprecher Dmitri Peskow auf Fragen von Journalisten gesagt, die gegen Russland gerichteten Vorwürfe seien "rhetorische Übungen in den britischen Medien". Diese seien "nicht immer für ihre Objektivität bekannt".

Im Übrigen sei das "nicht unser Problem", sagte Peskow. Skripal habe für einen der britischen Geheimdienste gearbeitet, und der Fall habe sich in Großbritannien zugetragen. Skripal, ein Oberst des russischen Militärgeheimdiensts, war 2006 in Russland wegen des Vorwurfs der Spionage für Großbritannien zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. Er soll russische Agenten an den britischen Geheimdienst MI6 verraten haben. Im Zuge eines Gefangenenaustauschs zwischen Russland und den USA kam er 2010 nach Großbritannien.

AFP

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