Verdi fürchtet um Arbeitsbedingungen: Warnstreik im Einzelhandel

Darmstadt. Im Tarifkonflikt des hessischen Einzelhandels sind am Freitag nach Gewerkschaftsangaben etwa 400 Beschäftigte in einen ganztägigen Warnstreik getreten.

Verdi hatte aus Sorge um schlechtere Arbeitsbedingungen in 13 Betrieben in Südhessen und Wiesbaden zu der Aktion aufgerufen, unter anderem bei Karstadt in Darmstadt, Wiesbaden und Viernheim, bei Hennes & Mauritz (H&M) in Darmstadt, Weiterstadt (Loop 5), Wiesbaden und Viernheim sowie bei Real in Groß-Gerau, Pfungstadt, Raunheim und Rüsselsheim. Weitere Warnstreiks sollen folgen.

Mit Flugblättern warben die Streikenden bei den Kunden um Verständnis. Da der Freitag ein Brückentag war, hätten ohnehin viele Kollegen frei, gleichzeitig wollten viele Kunden einkaufen, sagte Horst Gobrecht von Verdi Südhessen: „Das führt zwangsläufig zu Turbulenzen. Das ist von uns nicht ungewollt.“

Hintergrund der Warnstreiks sind laut Verdi Forderungen der Unternehmer zur Verschlechterung der Arbeitsbedingungen. Bereits Ende Januar hätten die Arbeitgeber den Manteltarifvertrag zum 30. April gekündigt. Darin seien neben der wöchentlichen Arbeitszeit von 37,5 Stunden auch der sechswöchige Urlaub sowie die Zuschläge für Arbeit am Abend und in der Nacht geregelt.

Auf einer Kundgebung in Rüsselsheim sagte Bernhard Schiederig, Fachbereichsleiter Handel bei ver.di Hessen: „Wir werden die Arbeitgeber so lange dem Druck aus den Betrieben aussetzen, bis sie sich zu uns an den Verhandlungstisch begeben.“ Die Beschäftigten würden ihre manteltariflichen Rechte nicht kampflos aufgeben: „Die heutigen Warnstreiks sind nur der Auftakt zu einer Welle von Ausständen.“ (dpa)

Rubriklistenbild: © dpa

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