NSU: Verfassungsschutz löschte Akten

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Die Vorsitzende des Untersuchungsausschusses des Thüringer Landtags zur Tätigkeit der Ermittlungsbehörden im Fall NSU, Dorothea Marx (SPD)

Berlin - Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) soll Akten über die umstrittene Operation „Rennsteig“ gelöscht haben - noch bevor die NSU aufflog.

Dies erfuhr die Nachrichtenagentur dapd von Teilnehmern des Untersuchungsausschusses des Bundestages am Mittwoch in Berlin. Bei der Operation „Rennsteig“ soll das BfV und der Militärische Abschirmdienst (MAD) zwischen 1997 und 2003 mit V-Leuten aus der NSU-Vorgängerorganisation Thüringer Heimatschutz (THS) zusammengearbeitet haben.

Dem Vernehmen nach hat das Thema auch in der Sitzung des Parlamentarischen Kontrollgremiums für die Geheimdienste (PKGr) am Mittwoch eine Rolle gespielt. Den Angaben zufolge löschten die Verfassungsschützer noch am 11. November 2011 mindestens vier Akten über das umstrittene Projekt. Der NSU flog am 4. November 2011 auf, nachdem die beiden Haupttäter, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt, nach einem Banküberfall im Wohnwagen von der Polizei umstellt worden waren und Selbstmord begangen hatten. Die rechte Terrororganisation hatte bundesweit zehn Menschen ermordet.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz wollte sich am Mittwochabend auf dapd-Anfrage zu dem Vorfall nicht äußern. Das Innenministerium war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

dapd

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