Verfassungsschutz: Song „Döner Killer“ kein Hinweis

Hannover. Der 2010 herausgebrachte Song „Döner Killer“ lieferte nach Einschätzung des niedersächsischen Verfassungsschutzes keine Hinweise auf die Mordserie der Zwickauer Terror-Zelle.

Lesen Sie auch

- "Döner-Killer" auf CD

- Kommentar zum Kasseler Mordfall: "Vieles bleibt rätselhaft"

Es sei nicht einmal klar, ob die rechte Szene selbst eine Verbindung von den Morden zu Beate Zschöpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt gelegt habe, sagte Verfassungsschutzsprecherin Maren Brandenburger der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (Samstagsausgabe).

„Es ist ein Dilemma, dass damals in der Szene etwas kommentiert wurde, was die Behörden nicht erkannt haben“, räumte die Sprecherin ein. Dies sei aber nicht als Versäumnis des Verfassungsschutzes zu werten. Der Song stammt von dem Projekt „Gigi und die Braunen Stadtmusikanten“. Dahinter steckt der rechtsextreme Musiker Daniel Giese aus dem emsländischen Meppen, auch Leadsänger der Band Stahlgewitter. Im niedersächsischen Verfassungsschutzbericht 2008 heißt es, Gigi/Stahlgewitter finde in ganz Deutschland große Beachtung in der rechtsextremistischen Musikszene.

„Bekannte und erfolgreiche (Schlager-)Melodien werden mit Texten u.a. über Aussteiger, Israel, Panzer, Kinderschänder und Staatsschutz versehen und transportieren jetzt extremistische Inhalte“, schreiben die Verfassungsschützer über die Band. Aber auch Kenner der rechtsextremen Musikszene glauben nicht, dass der Sänger des „Döner Songs“ schon 2010 von dem Verbrechen wusste. Der Herausgeber des Buchs „RechtsRock - Bestandsaufnahme und Gegenstrategien“ sagte im Gespräch mit „Spiegel Online“: „Ich halte es für sehr problematisch, auf ein mögliches Täterwissen zu schließen.“

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.