Verfassungsschutz warnt: Hessen entwickelt sich zum Salafisten-Zentrum

Berlin/Wiesbaden. Hessen entwickelt sich nach Einschätzung von Verfassungsschutz und Innenministerium zu einem Zentrum der radikalen Salafisten in Deutschland.

„Die Zahl der Salafisten hat sich bei uns seit 2009 annähernd verdoppelt“, sagte die Direktorin der Islamismus-Abteilung des Hessischen Verfassungsschutzes, Catrin Rieband, der Tageszeitung „Die Welt“. Derzeit würden bis zu 800 Menschen der salafistischen Szene in Hessen zugerechnet, bundesweit seien es etwa 4000. Der enorme Zulauf bereite dem Landesamt große Sorge.

Hessens Innenminister Boris Rhein (CDU) hatte vergangene Woche ebenfalls festgestellt, dass Hessen zu einem der Zentren für die radikal-islamischen Salafisten geworden sei. „Das mag mit der zentralen Lage des Bundeslandes zusammenhängen“, hatte er der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ vor der Innenministerkonferenz gesagt. Außerdem sei eines der bundesweit bedeutendsten Missionsnetzwerke in Frankfurt beheimatet. „Das alles macht deutlich: Wir stehen im Fokus der Salafisten.“ Er warnte: „Der Salafismus ist ein Nährboden des Terrors.“ Er müsse mit einer umfassenden Mischung aus Druck, Verfolgung und Prävention bekämpft werden.

Die salafistische Ideologie etabliere sich zunehmend auch als Jugendsubkultur, warnte Rieband. Insbesondere in sozialen Brennpunkten könne die fundamentalistische Islamströmung anziehend auf junge Muslime und Konvertiten wirken.

„Es sind umfangreiche Präventionsprogramme nötig, um die von Salafisten ausgehende Gefahr wirkungsvoll eindämmen zu können“, rät Rieband. Die bisherigen Ansätze, etwa Anti-Radikalisierungs- und Aussteigerprogramme, hält die Verfassungsschützerin allerdings für wenig bis gar nicht effektiv. (dpa)

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