Ähnlich gefährlich wie Kokain und Cannabis

"Vergleichbar mit Kokain" - Interview zu Energy Drinks

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Die SPD fordert ein Verbot für Energy Drinks für Minderjährige. Wir sprachen Dr. Martin Hulpke-Wette (52), Kinderkardiologe aus Göttingen, über die Gefahren

Herr Dr. Hulpke-Wette, ab welchem Koffeingehalt sind Energy Drinks schädlich? 

Dr. Martin Hulpke-Wette (52) ist Kinderkardiologe in Göttingen

Dr. Martin Hulpke-Wette: Das kann man pauschal nicht sagen. Das hängt davon ab, wie Kinder und Jugendliche auf Koffein reagieren. Laut einer offiziellen Behauptung liegt die Obergrenze für Erwachsene bei 300 mg Koffein, bei Jugendlichen bei 80 mg. Das wurde allerdings nicht ärztlich geprüft.

Warum sind die Drinks für Jugendliche so gefährlich? 

Hulpke-Wette: Es ist nicht erforscht, inwieweit die Drinks Langzeitschäden verursachen. Für Jugendliche mit unerkanntem Bluthochdruck kann der Blutdruck stark steigen. Ist eine Herz-Rhythmus-Störung vorhanden, führt zu viel Koffein zu Herzrasen, das kann bei einigen Jugendlichen bis zum Tod führen.

Sind Ihnen Fälle bekannt? 

Hulpke-Wette: Mir persönlich ist noch kein Todesfall durch Energy Drinks bekannt, aber die Dunkelziffer ist hoch. Dass zu viel Koffein die Ursache für den Tod ist, ist schwer feststellbar. Mein Empfinden ist, dass die Gefahr von Energy Drinks durchaus mit der von Kokain und Cannabis konkurriert, nur ohne, dass man davon abhängig wird.

Neben Energy Drinks gibt es Shots, was halten Sie davon? 

Hulpke-Wette: Shots beinhalten oftmals das Vierfache des Koffeingehalts auf die Flüssigkeit gesehen. Energiedrinks unterliegen einer Kennzeichnungspflicht, Shots fallen nicht darunter. Das heißt, es muss nirgends stehen, wie viel mg Koffein pro Portion darin beibehaltet sind. Shots sind allerdings nicht so sehr im Fokus wie Energy Drinks.

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