Verkehrsclub kritisiert Projekt mit Riesen-Lkw: "Verfehlte Verkehrspolitik"

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Hannover. Der bundesweite Feldversuch mit Riesen-Lastwagen stößt kurz vor seinem Start auf harsche Kritik. Das von Niedersachsen angestoßene Projekt sei Zeichen einer verfehlten Verkehrspolitik, sagte der Landeschef des Verkehrsclubs Deutschland (VCD), Michael Frömming.

Die Straßen seien nicht für die überlangen Brummis ausgerichtet.

Frömming befürchtet Unfälle etwa beim Überholen. Das Projekt mit den sogenannten Gigalinern werde zudem die Schere zwischen dem umweltfreundlichen Schienenverkehr und dem Lkw-Verkehr weiter spreizen, kritisierte Frömming. Der Verkehrsclub ist ein ökologisch orientierter Verband, der von Mitgliedern verschiedener Umweltverbände gegründet wurde.

Unternehmen können vom 1. Januar an bei der Bundesanstalt für Straßenwesen Anträge auf eine Teilnahme an dem Versuch stellen. Sind diese genehmigt, rollen die ersten Gigaliner. Aus Sicht der Befürworter kann der wachsende Güterverkehr mit den Großlastern besser bewältigt werden. Auch die Umwelt werde entlastet.

Mehrere Bundesländer sperren sich gegen den Test - so dürfen unter anderem auf den Straßen in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg keine 25 Meter langen Lkws rollen.

„Wir befürworten den Versuch“, sagte der Sprecher von Niedersachsens Verkehrsminister Jörg Bode (FDP) am Freitag. Das Ministerium rechnet mit einigen Dutzend Gespannen für Niedersachsen. Die Brummis dürfen nur über freigegebene Strecken rollen. So muss beispielsweise der Weg von der Spedition zur Autobahn freigegeben werden. In einigen Kommunen gibt es bereits erste Proteste. (dpa)

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