Firma "BlueBello" in Niedersachsen

Angebot für Senioren: Hunde mieten und wieder abgeben

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Neues Geschäftsmodell: BlueBello-Gründerin Katrin Rösemeier mit einigen ihrer Hunde.

Hess. Oldendorf. Die Firma "BlueBello" in Niedersachsen verleiht Hunde, statt sie zu verkaufen. Der Geschäftsbereich ist bundesweit einmalig.

Das Konzept klingt einfach, Zielgruppe sind vor allem ältere Menschen: Viele Senioren, die allein leben, würden gerne einen Hund halten, sind sich aber nicht sicher, wie lange sie das gesundheitlich können. Vor dem Kauf eines Tieres schrecken sie daher zurück. In diese Marktlücke stößt die 47-jährige Unternehmerin Katrin Rösemeier aus Hessisch Oldendorf in Niedersachsen mit ihrem Angebot „BlueBello - mein Partnerhund auf Zeit“.

Dabei werden die Hunde nicht gekauft, sondern bei der Firma für einen bestimmten Zeitraum verliehen. Rösemeier legt großen Wert darauf, dass die Tiere nicht nur für ein paar Tage oder Wochen abgegeben werden, sondern ausschließlich für längere Zeiträume. Es sollten schon mehrere Monate, am besten Jahre sein. Wenn der Mieter in dieser Zeit krank wird oder in Urlaub fahren will, kann er das Tier an Rösemeiers Firma zurückgeben. Natürlich werden die Hunde auch nach Todesfällen zurückgenommen.

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Das Komplettangebot für einen Leihhund kostet inklusive Futter und Versicherung 150 Euro im Monat, hinzu kommt eine Grundgebühr von 100 Euro. Nicht inbegriffen ist die Hundesteuer. Bevor ein Hund verliehen wird, gibt es ein individuelles Beratungsgespräch. Rechtlich bleiben die Tiere Eigentum von Rösemeier, sie ist für Gesundheit und Wohlergehen der Hunde verantwortlich. Die zuständigen Veterinärämter überprüfen das. Die Tiere stammen ausschließlich aus Deutschland. Es sind Hunde, die aufgrund von Scheidungen oder anderen persönlichen Gründen des Vorbesitzers abgegeben wurden und sonst im Tierheim gelandet wären.

Das Modell Verleihen von Hunden gibt es in den USA und in Großbritannien schon länger, in Deutschland macht das bislang nur Rösemeiers Vermittlung, die seit September 2013 besteht. Die Zahl der durch sie vermieteten Hunde liegt bislang bundesweit im zweistelligen Bereich. Die 47-Jährige nennt ihr Angebot „ein Stück Lebensqualität gegen Einsamkeit im Alter“.

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Das sehen Tierschützer nicht unbedingt so. Zwar sei ein Hund für Senioren durchaus eine Bereicherung, sie hätten meist auch viel Zeit, sich um das Tier zu kümmern, so Marius Tünte, Pressesprecher des Deutschen Tierschutzbundes. Ob das Projekt ein Gewinn für Mensch und Tier sei, sei aber nicht pauschal zu bejahen. In jedem Falle müsse eine artgerechte Haltung gewährleistet sein. Nicht jeder Hunde eigne sich wegen Größe und Temperament für ältere Menschen. Ein Hund brauche feste Beziehungen und ein vertrautes Umfeld, ergänzt Evamaria König vom Tierschutzverein Berlin. Tiere dürften niemals zu Sachen werden, die man regelmäßig austausche.

Von Peter Klebe

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