USA verurteilen Fotos von posierenden US-Soldaten

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Das Screenshot aus einem Internet-Video zeigt angeblich US-Soldaten, die auf die Leichen von Taliban-Rebellen urinieren.

Washington/Brüssel - Das Weiße Haus und das Pentagon haben das Verhalten von US-Soldaten verurteilt, die in Afghanistan offenbar mit Leichen und Leichenteilen mutmaßlicher Extremisten posiert haben.

Der Sprecher des Weißen Hauses Jay Carney nannte die Bilder am Mittwoch in Washington verwerflich. Der Präsident wolle, dass der Vorfall untersucht werde und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen würden.

„Ich entschuldige mich im Namen des Verteidigungsministeriums und der US-Regierung“, sagte Panetta nach einem Treffen von Außen- und Verteidigungsministern der NATO in Brüssel. Das Verhalten der auf den Fotos abgebildeten Soldaten verlange danach, untersucht zu werden. Allerdings träfen junge Menschen im Krieg „dumme Entscheidungen“. Er versuche das Verhalten nicht zu entschuldigen, wolle aber nicht, dass der Vorfall US-Truppen in Afghanistan einer noch größeren Gefahr aussetze.

Auch der NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen versprach am Mittwoch im NATO-Hauptquartier in Brüssel eine genaue Untersuchung der Vorfälle. Das Verhalten der Soldaten stimme in keiner Weise mit den Prinzipien und Werten überein, die Grundlage des Einsatzes in Afghanistan seien.

Zwtl.: Fotos wurden 2010 aufgenommen

Die Bilder wurden am Mittwoch von der Zeitung „Los Angeles Times“ veröffentlichten. Sie stammen laut der Zeitung aus Einsätzen im Jahr 2010. In einem Fall halten die Soldaten zusammen mit afghanischen Polizisten die abgetrennten Beine eines mutmaßlichen Selbstmordattentäters.

Wenige Monate später wurde die Einheit dem Bericht zufolge entsandt, um die sterblichen Überreste von drei mutmaßlichen Aufständischen zu untersuchen, die sich wohl versehentlich selbst in die Luft gesprengt hatten. Auch in diesem Fall hätten die Soldaten sich mit Leichenteilen fotografieren lassen, berichtete die Zeitung.

Das Verhalten einzelner US-Soldaten löst in Afghanistan immer wieder Skandale aus und hat das öffentliche Bild der Streitkräfte nachhaltig beschädigt. Im vergangenen Januar war bekannt geworden, dass Marineinfanteristen auf die Leichen von Afghanen uriniert und den Vorfall gefilmt hatten. Im Februar löste die Verbrennung von Koranen mehrtägige Ausschreitungen aus. Im März soll ein US-Soldat während eines Amoklaufs 17 Zivilpersonen getötet haben.

dapd

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