Schläge auf den Rücken

Video zeigt hartes Vorgehen der Polizei in Berlin-Kreuzberg

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Polizisten drücken einen Mann gewaltsam zu Boden: Dieses Video sorgt im Internet für Aufsehen und für Kritik am Vorgehen der Polizei. Foto: Screenshot youtube-video

Berlin. Ein Internetvideo liefert neuen Stoff für eine Debatte über Gewalt von oder gegen Polizisten: Es zeigt, wie Beamte in Berlin einen Mann zu Boden ringen, ihn gewaltsam festhalten, sein Gesicht auf den Asphalt drücken und ihm in den Rücken schlagen.

„Ausweis her“, sagt ein Polizist drei Mal, bevor er und zwei Kollegen den Mann zu Boden drücken. Der Mann versucht, aufzustehen, ein vierter Polizist zieht ihm die Beine weg und klemmt sie an einem Pfahl fest. Aufgebrachte Menschen versuchen, die Polizei aufzuhalten. „Hört auf, ihm wehzutun“, rufen sie. Wenig später ist der Mann fixiert, zwei Polizisten knien auf Beinen und Kopf, versuchen, ihm die Arme auf den Rücken zu drehen. Ein zweites Video zeigt, wie ein Polizist den Mann in die Nierengegend schlägt.

Hier finden Sie zwei Videos zu dem Thema:

Video 1

Video 2

Die Polizei Berlin bestätigt im Gespräch mit unserer Zeitung, dass es sich bei den Aufnahmen um einen Polizeieinsatz am 5. Juli im Görlitzer Park in Berlin-Kreuzberg handelt. Sie sei zu einer Schlägerei gerufen worden, bei der ein Mann verletzt wurde. Der Mann auf dem Video habe damit nichts zu tun gehabt, sagt Stefan Redlich, Sprecher der Berliner Polizei. Dennoch habe er die Ermittlungen gestört und herumgeschrien, Platzverweisen sei er nicht nachgekommen. Das alles sei dem Video vorausgegangen, das erst einsetze, als der Mann sich weigerte, seinen Ausweis zu zeigen. Erst dann seien die Polizisten „relativ barsch“ vorgegangen, „was nachvollziehbar ist, wenn man die Vorgeschichte kennt“, meint Redlich.

Zudem sei das Video geschnitten, man sehe nicht, wie sechs Beamte von der Menschenmenge verletzt, gebissen und bespuckt werden. Nach dem, was er auf dem Video sehe, sei das Vorgehen der Polizei „verhältnismäßig“. Ob der 22-Jährige, den die Polizei festhielt, dabei verletzt wurde, könne Redlich nicht sagen.

Immer wieder stand die Polizei wegen ihres zum Teil harten Vorgehens zuletzt in der Kritik. In Hamburg eskalierte im Dezember eine Demo gegen die Flüchtlings- und Wohnungsbaupolitik. Auch das Großaufgebot, mit dem die Polizei gegen Flüchtlinge vorrückte, die in Berlin-Kreuzberg eine Schule besetzt hatten, wurde kritisiert.

Von Sina Beutner

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