Kommentar zu Herausforderungen der Integration: Schwierig und teuer

Ministerin Manuela Schwesig hat Recht: Natürlich werden die jungen Männer, die derzeit in Deutschland einwandern, ihre Familien nachholen. Ein Kommentar von HNA-Nachrichtenchef Tibor Pézsa.

Die Ministerin hat Recht: Natürlich werden die jungen Männer, die derzeit nach Deutschland kommen und auf Bleiberecht hoffen, ihre Familien nachholen wollen. Die Probleme sind vielfach beschrieben worden: die mangelnde Kontrolle darüber, wer überhaupt ins Land kommt, die weltweite Sogwirkung des deutschen Wohlfahrtsstaates, die Aggressionen zugewanderter Clans und Volksgruppen untereinander.

Die größte Herausforderung ist jetzt die Integration, namentlich die der Einwanderer aus muslimischen Ländern. Denn dort wird in Zeitungen, Schulbüchern und Moscheen das Gegenteil eines wesentlichen Teils der deutschen Staatsräson gelebt und gelehrt, nämlich der Hass auf Juden. Das Attentat auf Charlie Hebdo in Paris hat gezeigt, was das bedeuten kann.

Statt „Je-suis-Charlie“-Schildern lesen wir heute „Welcome Refugees“. Nachdenkliche Zeitgenossen sorgen sich gleichwohl zu Recht, was es bedeutet, hunderttausenden Asylbewerbern und Einwanderern aus gewaltgeprägten Ländern beispielsweise beibringen zu müssen, dass Frauen nicht minderwertig sind, dass nicht Gott, sondern der Bundestag die Regeln des Zusammenlebens bestimmt und dass Minderheiten zu respektieren sind.

Dieser Unterricht läuft erfahrungsgemäß weniger in Schulen als auf Schulhöfen ab, nicht in der Bibliothek, sondern in Fußgängerzonen und Straßenbahnen, nicht in Talkrunden, sondern am Arbeitsplatz, in Disco und Supermarkt.

Wir schaffen das? Wir können doch noch nicht einmal steuern, wer ins Land kommt. Auch das macht die Sache so schwierig, langwierig und teuer.

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