Mit ähnlichen Argumenten wie auf der Krim

Russische Minderheit: Moskau könnte sich in weiteren Regionen einschalten

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Die Nato hat sich seit 1991 stetig nach Osten erweitert (siehe Grafik), während der Warschauer Pakt, das Militärbündnis der östlichen Länder, aufgelöst wurde. Das musste Befürchtungen in Russland auslösen.

Sein Eingreifen auf der Krim begründet Moskau mit der „Verantwortung für das Leben seiner Landsleute“. Mit diesem Argument könnte sich der Kreml theoretisch vielerorts einschalten, denn in vielen Gebieten der Sowjetunion gibt es starke russische Minderheiten. Ein Überblick.

Lettland: Russischstämmige Bürger machen 34 Prozent der Bevölkerung in dem EU-Land aus. Im Jahr 2012 gab es ein Referendum darüber, ob Russisch die zweite Amtssprache werden soll. Eine klare Mehrheit von 75 Prozent der Letten stimmte mit „Nein“. Um die Staatsangehörigkeit zu erhalten, muss ein lettischer Sprachtest absolviert werden. Dadurch sind rund 300.000 Angehörige der russischen Minderheit staatenlos.

Estland: Mehr als 330.000 Russen leben in Estland, das entspricht einem Viertel der Bevölkerung. Der Großteil von ihnen lebt in der Stadt Narva und Umgebung, nahe der Grenze zu Russland. Um die Staatsangehörigkeit zu bekommen und beispielsweise an Wahlen teilnehmen zu können, muss ein Sprachtest absolviert werden. Dies gilt für russischstämmige Bewohner selbst dann, wenn sie in Estland geboren wurden. Die Beziehungen zwischen Estland, das Mitglied der Europäischen Union sowie der Nato ist, und Russland sind sehr gespannt.

Weissrussland: Es sind zwar nur etwa elf Prozent der Bevölkerung russischstämmig. Russisch ist aber eine der offiziellen Amtssprachen und wird von fast allen Einwohnern beherrscht.

Kasachstan: Drei Millionen russischstämmige Menschen leben in Kasachstan, das macht 26 Prozent der Bevölkerung. Die Mehrheit von ihnen wohnen im Norden, in einigen Regionen leben fast nur Russischstämmige. Russisch ist eine offizielle Amtssprache. Russische Ultranationalisten fordern immer wieder die Eingliederung dieser Regionen in russisches Staatsgebiet.

Moldau: Insgesamt sind nur sechs Prozent der Einwohner russischstämmig. Im abtrünnigen Gebiet Transnistrien aber sind 60 Prozent der Bewohner russischsprachig, etwa die Hälfte von ihnen sind Russen, die anderen Ukrainer. Transnistrien wird von Russland sowohl wirtschaftlich als auch politisch unterstützt.

Georgien: Es gibt nur wenige russischsprachige Einwohner. In den Gebieten Abchasien und Südossetien, die sich einseitig von Tiflis losgesagt haben, ist Russisch eine der offiziellen Amtssprachen. Russland erkennt als eines von ganz wenigen Ländern die beiden Gebiete als unabhängig an. (dpa)

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