Schmallenberg-Krankheit: Impfstoff wird nicht vor dem Jahr 2014 erwartet

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Rinder: Das Schmallenberg-Virus schlägt auch bei ihnen zu. Fo

Oldenburg. Der Anblick der verkrüppelt oder tot geborenen Lämmer versetzte die Landwirte in Schrecken. Als Anfang des Jahres das bis dahin unbekannte Schmallenberg-Virus bei Schafen auch in Niedersachsen auftauchte, war die Sorge vor Ausmaß und Folgen der Tierseuche groß.

Inzwischen hat das Virus die Rinderzüchter erreicht 181 Betriebe sind bereits betroffen, eine bei 23.500 Rinderhaltern in Niedersachsen noch überschaubare Zahl.

Mehr als tausend missgebildete Lämmer vermutet die Kammer nach einer Umfrage unter den Haltern, 250 Mutterschafe kamen ums Leben. Die Statistik des Landwirtschaftsministeriums in Hannover weist 144 betroffene Schaf- und sechs Ziegenhalter aus, die Zahl toter Tiere wurde nicht ermittelt. Manche hätten nur ein totes Lamm, ein Betrieb aber 170 tote Lämmer gehabt, beschreibt Gerdes die Bandbreite der Schäden.

Die Befragung von Schafhaltern durch die Kammer brachte unterdes keinen Aufschluss über die Verbreitung des über Mücken übertragenen Virus. Die Landwirte, die ihre Tiere im vergangenen Herbst gegen Parasiten hatten behandeln lassen, sind von dem Virus ähnlich häufig betroffen gewesen, wie Kollegen, die keine Behandlung durchführten.

Erfolgreiche Forscher

Belgischen Forschern war es kürzlich gelungen, drei Mückenarten zu identifizieren, die das Schmallenberg-Virus übertragen. Es handelt sich um Arten, die auch die Blauzungenkrankheit übertragen hatten. In den nächsten vier bis sechs Wochen wird sich voraussichtlich das tatsächliche Ausmaß zeigen. „Eine Massengeschichte ist das nicht, meine Hoffnung ist, dass das eher abflacht“, sagt Jakob Groenewold, Rinderexperte der Landwirtschaftskammer. Vor 2014 rechnet er nicht mit einem Impfstoff. (lni)

Auch wenn die Herkunft weiter ungeklärt und ein Impfstoff noch nicht verfügbar ist, atmen viele bereits vorsichtig auf. Importverbote bereiten Züchtern allerdings weiter Bauchschmerzen. „Wir haben die Hoffnung, dass die betroffenen Tiere Antikörper bilden und im Herbst genügend Schutz haben“, berichtet der Tierzuchtreferent der Landwirtschaftskammer in Oldenburg, Klaus Gerdes. „Die Hoffnung ist, dass in 2013 deutlich weniger Fälle und in 2014 gar keine mehr auftreten.“ In diesem Jahr allerdings müssen etliche der 12.000 Schafhalter in Niedersachsen erhebliche Einbußen wegstecken.

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