Vision: Google will Infos direkt vor das Auge projizieren

+
Das engste Bindeglied zwischen Mensch und Internet könnte in ein paar Jahren eine Brille sein. Google stellte jetzt ein Projekt vor, das Informationen in das Sichtfeld von Brillengläsern einblendet.

Nach dem Ende der PC-Ära ist auch schon das Ende der Smartphone-Ära in Sicht: Das engste Bindeglied zwischen Mensch und Internet könnte in Zukunft eine Brille sein.

Lesen Sie auch:

- So soll der Blick durch die Google-Brille aussehen

Google stellte jetzt ein Projekt vor, das Informationen aller Art in ein Brillenglas einblendet. „Das ist sicherlich zukunftsträchtig, wirft aber auch sehr viele Fragen auf, über die man schon jetzt nachdenken sollte“, sagt Reinhard Karger vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI).

Wie das Project Glass funktionieren könnte, zeigt ein Video des Google-Teams: Nach dem Aufstehen sieht der in New York lebende Brillenträger, welche Termine anstehen: „Heute Abend Jess sehen, 18.30 Uhr.“ Ein Wetterbericht wird eingeblendet. Dann meldet sich ein Bekannter und fragt in einer Sprechblase nach einem Treffen. Der Brillenträger antwortet mit seiner Stimme - das Gerät beherrscht die Spracherkennung. Auf dem Weg zur U-Bahn wird die Information angezeigt, dass die Bahn ausfällt. So macht sich der Brillenträger zu Fuß auf den Weg, es wird kurz ein Routenplaner zum Zielort eingeblendet, der sich wieder meldet, sobald man an einer Kreuzung abbiegen muss.

Eine entscheidende Frage sehen die Experten für Künstliche Intelligenz darin, welche Informationen und Interaktionen dieses Gerät bereitstellen soll. Karger fügt hinzu: „Dafür haben wir noch keine Interaktionskultur entwickelt“ - im Unterschied zur Multitouch-Bedienung bei Smartphones, die schon von kleinen Kindern beherrscht wird.

Die Technik für eine solche Brille wird als erweiterte Realität bezeichnet. Dabei erkennt eine Software Objekte unserer Umgebung, zeigt in einer Sichtebene Informationen dazu an oder bietet Möglichkeiten, um mit Objekten, Standorten oder Personen zu kommunizieren. Wofür bisher ein Mausklick nötig war, könnte dann mit einer Augenbewegung geschehen.

Noch viele offene Fragen

Das Google-Projekt wird im Forschungslabor Google X entwickelt. Mit dabei ist der in Solingen geborene Wissenschaftler Sebastian Thrun (44), der an der Stanford University in Kalifornien über Künstliche Intelligenz forscht und Ideen für Zukunftsprojekte des Internet-Konzerns beisteuert.

Die Datenbrille wirft noch etliche technische Probleme auf: die schnelle Anbindung ans Internet, die Stromversorgung und damit die Dauer der Laufzeit. Ingenieurskunst ist gefragt, wenn eine Kamera und Spracherkennung eingebaut werden sollen. Ein Teil der Technik könnte in den Bügel gelegt werden, ein anderer in die Cloud, also in Rechenzentren im Internet. Ein Hamburger Google-Sprecher sagte, zum Zeitpunkt der Einführung könnten noch keine Angaben gemacht werden. (dpa)

Von Peter Zschunke

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.