Um Infektionen zu verhindern

Vogelgrippe: Einhaltung der Stallpflicht gefordert

+
Erstmals in Europa ist das gefürchtete Vogelgrippe-Virus H5N8 bei einem Wildvogel nachgewiesen worden.

Wolde/Berlin - Der Geflügelwirtschaftsverband Mecklenburg-Vorpommern hat im Zusammenhang mit der Vogelgrippe alle Geflügelhalter aufgefordert, die angeordnete Stallpflicht genauestens zu befolgen.

"Das ist in Ordnung, nur mit Stallpflicht und so viel wie möglich Hygiene sind weitere Infektionen zu verhindern", sagte Verbandsvorsitzende Marion Dorn am Montag der Nachrichtenagentur dpa. Ein Großteil der Geflügelhalter werde nun wohl die Schlachtung der Tiere, die für Weihnachten gezüchtet wurden, vorziehen.

Auf der Insel Ummanz bei Rügen war am Wochenende das gefürchtete Vogelgrippe-Virus H5N8 erstmals in Europa bei einem Wildvogel - einer Krickente - nachgewiesen worden. Sie war zu Untersuchungszwecken abgeschossen worden. Damit erhärte sich der Verdacht, dass die vergangenen Ausbrüche in europäischen Nutztierställen auf Wildvogelzug zurückgehen, hieß es bei Experten.

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) rief alle Bundesländer zur Vorsorge auf. Auf einem Krisentreffen am Montag in Berlin sollte unter anderem darüber gesprochen werden, ob weitere Bundesländer eine Stallpflicht anordnen. "Das wird wohl deutschlandweit kommen", sagte Dorn. Es werde ja nicht nur eine Wildente mit diesem Erreger geben.

Das Schweriner Agrarministerium hatte noch am Samstag Stallpflicht für alles Geflügel im Nordosten angeordnet. "Möglich sind aber auch überdachte Unterstände im Freien, die umzäunt sein müssen", erklärte Dorn. Rund 40 000 Halter sind von dem Erlass betroffen. Die Veterinärämter sollen dies kontrollieren. Laut Backhaus droht bei Verstößen ein Bußgeld. Die Tiere dürfen auch nicht mit Wasser etwa aus Seen, Kanälen oder Pfützen getränkt werden. Damit soll jeder Kontakt mit Wildvögeln und deren Ausscheidungen verhindert werden.

In Mecklenburg-Vorpommern war die Vogelgrippe mit dem Erreger H5N8 Anfang November in einem Betrieb in Heinrichswalde mit rund 31 000 Puten ausgebrochen, der rund 100 Kilometer südlich von Ummanz liegt. Rund 2000 Tiere starben, die anderen wurden getötet. In den Niederlanden sind bisher drei Betrieben betroffen.

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.