Museum soll die beschauliche Region bekannter machen

Mitmach-Museum: Vogelsbergkreis sucht den Anschluss

So sollen das Vulkan-Museum (Porta Vulkania) und die Vermarktungshalle für regionale Produkte in Alsfeld einmal aussehen. Foto: Architekturbüro Jarosch

Alsfeld. Millionen von Autos fahren auf der A5 am hübschen Fachwerkstädtchen Alsfeld im Vogelsberg vorbei. Geht es nach dem Zweckverband Stadt-Land-Schloss, den die Städte Alsfeld, Romrod und die Gemeinde Antrifttal gegründet haben, dann ändert sich das bald.

Ein Erlebnismuseum zur Menschheits- und Vulkangeschichte - der Vogelsberg ist ein Vulkan - sowie eine Vermarktungshalle für Vogelsberger Produkte soll die Menschen nach Alsfeld locken. Ein schöner Plan.

Einen Zusammenschluss potenzieller Investoren namens „Vogelsberger Original“ gibt es bereits, rund zehn regionale Unternehmen stehen nach Auskunft des Alsfelder Designers Jürgen Litzka bereit, sich für das 8,5 Millionen-Euro-Projekt zu engagieren: „Wir wollen das, um den Vogelsberg voranzubringen“, so Litzka im Gespräch mit unserer Zeitung. Neben Eigenkapital und einem noch zu beantragendem Bankkredit sind 1,5 Millionen Euro EU-Fördermittel zugesagt. Auch die Romröder Bürgermeisterin Birgit Richtberg ist eine glühende Verfechterin der Porta Vulkania, wie das Projekt heißen soll. Der Gießener Regierungspräsident Lars Wittek (CDU) sei angetan, sagt die Bürgermeisterin. Allerdings dränge die Zeit, die EU-Mittel stünden nicht ewig zur Verfügung.

Doch die Aufbruchstimmung im Vogelsberg, einem landschaftlich reizvollen Gebiet im nördlichen Mittelhessen, ist nicht uneingeschränkt: Der Kreistag, von der CDU aufgefordert, dem Zweckverband beizutreten, beschloss unlängst mit den Stimmen der Koalition aus SPD, Grünen und Freien Wählern, zunächst zu prüfen, ob die heimischen Investoren das Projekt wirklich stemmen können. Manfred Görig (SPD), seit Juni dieses Jahres Landrat, will das finanzielle Risiko für den verschuldeten Kreis in Grenzen halten. Denn wenn es die privaten Träger der Porta Vulkania mit dem ehrgeizigen Projekt baden gehen, müsste der Zweckverband die EU-Mittel zurückzahlen. „Das Ziel, 80 000 bis 100 000 Besucher anzulocken, ist für den Vogelsberg sehr, sehr sportlich“, sagt Görig. Er verweist auf das Mitmach-Museum „Wortreich“ in Bad Hersfeld, das inhaltlich zwar hochgelobt werde, finanziell jedoch mangels Besuchern schwach auf der Brust sei und nun von der Stadt übernommen werden musste. Aber: „Niemand will die Porta Vulkania beerdigen“, betonte er.

Stephan Paule (CDU), Bürgermeisterkandidat für die Wahl in Alsfeld im Mai 2013, sieht das Risiko als begrenzt an. „Eine Rückzahlung der EU-Mittel würde sich über 15 Jahre erstrecken“. Für ihn ist der Kreistagsbeschluss „ein schwerer Schlag“. Landkreis-Sprecher Erich Ruhl sieht das nicht so: „Es ist ein positives Signal. Der Kreisausschuss prüft, und Mitte Oktober gibt es eine Sondersitzung.“

Von Petra Wettlaufer-Pohl

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