Volksbund: Markus Meckel vor Abwahl?

Markus Meckel

kassel. Der Präsident des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Markus Meckel (63), könnte im September vorzeitig abgewählt werden. Es gibt Streit um Meckels Führungsverhalten. Sein Vorgehen sei „schon von Selbstherrlichkeit geprägt“, sagte ein Sprecher des Volksbunds gestern in Kassel.

Der Volksbund-Chef hat den Posten seit 2013 inne, seine offizielle Amtszeit läuft bis Oktober 2017. Der Theologe Meckel war SPD-Bundestagsabgeordneter und kurz vor Ende der DDR deren Außenminister von März bis August 1990. Damals saß er neben seinem bundesrepublikanischen Amtskollegen Hans-Dietrich Genscher bei den Zwei-plus-Vier-Gesprächen mit den Siegermächten des Zweiten Weltkriegs am Tisch.

Laut Volksbund wurde eine Vertreterversammlung von November auf Ende September vorgezogen. Darin werde auch das Verhältnis zwischen den 16 Volksbund-Landesverbänden und Meckel thematisiert, sagte der Verbandssprecher. Gelder des Bundes gleichen danach nicht den Schwund bei Spenden und Beiträgen aus. Meckel bemühe sich, die Mittel des Bundes zu erhöhen. Dabei stricke er offenbar auch an einer Reformlegende. Andere, schon vor Meckels Zeiten, hätten ähnliche Überlegungen ebenfalls angestellt. Droht Meckel eine Abwahlmehrheit? „Im Moment ja“, hieß es aus der Volksbund-Zentrale. (wrk/dpa)

Stichwort

Der 1919 gegründete Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge mit Sitz in Kassel erfasst und pflegt vor allem die Gräber deutscher Kriegstoter im Ausland. Der Vereinsetat von rund 50 Millionen Euro (2015) stammt vor allem aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen, rund 13 Millionen Euro steuern Bund und Länder bei. Der Volksbund betreut 832 Kriegsgräberstätten in 45 Staaten mit mehr als 2,5 Millionen Toten. (dpa)

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