2018 sollen es sieben Millionen Fahrzeuge sein

VW setzt verstärkt auf gleiche Teile: Baukastenstrategie beim neuen Touran

Der neue Volkswagen Touran: Auch der Van läuft über das MQB-System. Foto: obs/Volkswagen AG

Wolfsburg. Mehr gleiche Bauteile – weniger Kosten: In der Produktion setzt Volkswagen künftig noch stärker auf sein markenübergreifendes Baukastensystem.

2018 will der Wolfsburger Konzern mehr als dreimal so viele Neuwagen wie zuletzt mit den identischen Komponenten ausstatten. Dann würden „deutlich über sieben Millionen Einheiten“ auf der sogenannten MQB-Basis hergestellt, sagte Konzernvorstand Martin Winterkorn bei der Vorstellung des neuen VW Touran. Vergangenes Jahr seien es rund zwei Millionen Stück gewesen, für das nächste Jahr peile der Konzern die doppelte Stückzahl an.

Auf MQB-Basis werden bereits der Golf und der Audi A3 gefertigt – und nun der neue Touran. Er soll dank modulare Baukasten-Bauweise geringere Kosten in der Produktion produzieren und mehr Geld einspielen. „Der Neue wird eine bessere Rendite haben“, sagte Winterkorn bei der Präsentation. Damit verbunden seien zahlreiche konstruktive und konzeptionelle Vorteile, wie ein auffallend langer Radstand, kurze Karosserieüberhänge und hätte dadurch eine gute Raumausnutzung. Der Familien-Van, der im September in den Handel kommt, soll nicht mehr kosten als sein Vorgänger, so Volkswagen. Das Einstiegsmodell liegt bei knapp unter 24 000 Euro.

Damit hätte VW den Preis in etwa gehalten. Bislang lässt sich VW aber nicht in die Karten schauen, wie hoch das Einsparpotenzial beim Van dank MQB ist. Ende 2012 gab es Hochrechnungen für den damals neuen Golf VII. Die Wirtschaftswoche kam auf insgesamt 1500 Euro an Einsparungen bei den Produktionskosten. Der damalige Chefentwickler Ulrich Hackenberg machte folgende Rechnung auf: bei den Materialkosten 20 Prozent, weitere 20 Prozent für geringere Investitionen in Produktionsanlagen und eine um 30 Prozent schnellere Fertigung. Unterm Strich kämen so 1500 bis 1800 bis Euro pro Auto zusammen. „Bei zehn Millionen verkauften Fahrzeugen würden sich alle Einsparungen auf 15 Milliarden Euro pro Jahr summieren“, so Hackenberg. Auf dieses Einsparpotenzial dürfte VW-Chef Winterkorn in den kommenden drei Jahren abzielen.

Das Verbauen von gleichen Teilen in großen Stückzahlen könnte sich zum unschätzbaren Vorteil im Kampf um die automobile Weltherrschaft entpuppen – so lange es keinen Rückruf gibt. Das wäre bei den großen Stückzahlen fatal.

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