Militärflughafen

Von der Leyen besucht in Türkei Bundeswehrsoldaten in Syrien-Einsatz

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Verteidigungsminister Ursula von der Leyen (CDU) am Militärflughafen in Incirlik, Türkei. 

Berlin - Bei einem Truppenbesuch im südtürkischen Incirlik informiert sich Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) am Donnerstag über den Beitrag der Bundeswehr zum Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS).

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) traf am späten Mittwoch am Militärflughafen im südtürkischen Incirlik ein, von dem deutsche Tornado-Aufklärungsjets zu Einsätzen über Syrien und dem Irak starten. Zuvor hatte die internationale Militärallianz in Paris neue Ziele vereinbart.

Am Donnerstag will von der Leyen in Incirlik nahe Adana ihren türkischen Kollegen Ismet Yilmaz sowie Bundeswehrsoldaten treffen und sich über die Lage informieren. Die Bundeswehr unterstützt die gegen den IS kämpfende internationale Militärkoalition unter US-Führung, der mehr als 60 Staaten angehören, seit Anfang Dezember, ist jedoch nicht aktiv an den Kämpfen beteiligt.

Bis zu sechs Tornado-Jets fliegen inzwischen Aufklärungseinsätze über Syrien und dem Irak. Ein Airbus hilft zudem bei der Betankung von Kampfjets der Koalition in der Luft. Hinzu kommt eine Fregatte, die dem französischen Flugzeugträger "Charles de Gaulle" Geleitschutz gibt. Deutschland stellt Frankreich außerdem Daten von Aufklärungssatelliten zur Verfügung.

Am Dienstag wurde bekannt, dass die deutschen Tornados derzeit nur tagsüber genutzt werden, weil die Cockpitbeleuchtung auf den Nachtflugbrillen der Piloten irritierende Spiegelungen verursacht. Laut Bundeswehr beeinträchtigt dies den Einsatz aber nicht, weil es derzeit keinen Bedarf für Nachtflüge gebe und tagsüber zudem bessere Daten generiert würden. Bis Anfang Februar soll das Problem dennoch gelöst werden.

Der Kommandeur des deutschen Einsatzkontingents in Incirlik, General Andreas Schick, sagte am Mittwoch, bislang sei "alles einwandfrei verlaufen". Mit den sechs Tornados fliege die Bundeswehr pro Tag im Schnitt vier Einsatzflüge. Hinzu komme täglich ein Flug mit dem Airbus zur Luftbetankung.

Insgesamt können laut Bundestagsmandat bis zu 1200 deutsche Soldaten in den Einsatz entsandt werden, derzeit sind es etwa 410. Die Mission erfolgt auf Bitten der französischen Regierung nach den Anschlägen von Paris Mitte November. Bei den Angriffen, zu denen sich der IS bekannte, wurden 130 Menschen getötet.

Die internationale Militärallianz kämpft bereits seit mehr als einem Jahr gegen den IS. Am Mittwoch trafen sich die Verteidigungsminister aus sieben beteiligten Staaten in Paris, darunter auch von der Leyen. Dabei wurde vereinbart, dass nun verstärkt die IS-Hochburgen im Irak und in Syrien ins Visier genommen werden sollen, vor allem Mossul und Raka.

Im internationalen Kampf gegen die Miliz sollen auch die bereits laufenden Einsätze der Bundeswehr im Nordirak und im westafrikanischen Mali ausgeweitet werden. Über die entsprechenden Mandatsentwürfe der Bundesregierung berät derzeit der Bundestag.

Im Nordirak bildet die Bundeswehr kurdische und andere einheimische Kämpfer aus, die gegen den IS vorgehen. In Mali soll sich Deutschland verstärkt in der UN-Stabilisierungsmission Minusma im unruhigen Norden einbringen - im Süden bildet die Bundeswehr einheimische Soldaten aus.

Darüber hinaus gibt es Überlegungen, auch eine Ausbildungsmission für Libyen zu starten, wo sich der IS im Schatten zahlreicher konkurrierender Milizen ausbreitet. Erwogen wird, die Mission in Tunesien anzusiedeln und aufzubauen.

afp

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