Land wartet mit Erlaubnis für Fracking

Vorerst kein Ja für Gassuche in Nordhessen

Kassel. Das kanadische Förderunternehmen BNK Petroleum bekommt vorerst keine Erlaubnis, in Nordhessen nach Gasvorkommen in Schieferschichten zu suchen.

Im Vorfeld der für Freitag in Kassel geplanten Landtagsanhörung zur umstrittenen Gasfördertechnik Fracking geht Hessens Umweltministerin Lucia Puttrich (CDU) noch stärker auf die Bremse.

Wie unsere Zeitung aus Regierungskreisen erfuhr, wartet Puttrich weitere Gutachten zu den Risiken von Fracking ab. Zudem soll geklärt werden, ob die massiven Einsprüche vieler Kommunen und Kreistage bis hin zum Nein der Regionalversammlung Nordhessen als juristischer Hebel dienen können, um BNK schon die Suche nach Gasvorkommen zu verwehren.

Hoher Chemikalien-, Wasser- und Energieverbrauch beim Bohren, Probleme mit der Abwasserentsorgung aus den Löchern, großer Flächenverbrauch, weil vergleichsweise viele Bohrungen zur Gasgewinnung nötig sind, Gefahren fürs Grund- und Trinkwasser - das sind Risiken, die Kritiker dem Fracking attestieren: Die Technik erzeugt Risse im Gestein, indem durch Bohrlöcher große Mengen Wasser unter hohem Druck eingepresst werden. Beigaben von Sand und Chemikalien führen dazu, dass die Risse offenbleiben und Gas, das anders nicht aus der Erde zu holen wäre, Richtung Bohrloch fließt.

Das Umweltbundesamt (UBA) hat vom großflächigen Fracking-Einsatz abgeraten. Ministerin Puttrich will für die UBA-Studie eine hessenspezifische Auswertung, die nicht vor 2013 erwartet wird. Ablehnen ließe sich der BNK-Antrag gemäß Bundesberggesetz, wenn überwiegende öffentliche Interessen der Schiefergassuche entgegenstehen. Als solche könnte man den Proteststurm aus Nordhessen eventuell werten, heißt es in Wiesbaden. Stellungnahmen zum BNK-Antrag seien "praktisch ausnahmslos" ablehnend.

Von Wolfgang Riek

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