Vorletzte Gaddafi-Bastion eingenommen

Tripolis - Milizen des libyschen Übergangsrates haben nach sechs Wochen langen Kämpfen die Wüstenstadt Bani Walid eingenommen. Mehr erfahren sie im Video:

Die vorletzte Bastion von Libyens Ex-Machthaber Muammar al-Gaddafi ist gefallen. Milizen des libyschen Übergangsrates haben nach sechs Wochen langen Kämpfen die Wüstenstadt Bani Walid eingenommen. Diese liegt 150 Kilometer südlich der Hauptstadt Tripolis. Damit war am Montagabend nur noch ein kleiner Teil von Gaddafis Geburtsstadt Sirte unter der Kontrolle von Kämpfern des Ex-Diktators.

Im Stadtzentrum von Bani Walid hissten Milizionäre die Flagge des Übergangsrates und feuerten Freudenschüsse ab, wie der arabische Nachrichtensender Al-Arabija berichtete. “Die Stadt Bani Walid ist vollständig befreit“, sagte ein Kämpfer dem Sender. Mitarbeitern des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) sei es am Montag erstmals wieder gelungen, Krankenhäuser in Bani Walid mit dringend benötigten Medikamenten zu versorgen.

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In Sirte, der Geburtsstadt des inzwischen untergetauchten ehemaligen Machthabers, haben sich dessen Anhänger noch in einigen wenigen Wohnblöcken verschanzt. Den Großteil der Stadt am Mittelmeer hatten die Milizen des Übergangsrates bereits vor einer Woche unter ihre Kontrolle gebracht. Sie warfen den Gaddafi-Kämpfern vor, die Zivilbevölkerung als menschliche Schutzschilde zu missbrauchen.

Der syrische Pro-Gaddafi-Fernsehsender Al-Rai bestätigte mit mehrwöchiger Verspätung den Tod von Chamis al-Gaddafi, einem der Söhne Gaddafis. Wie der Sender am Montag berichtete, wurde er am 29. August in Tarhuna, 80 Kilometer südöstlich von Tripolis, bei Kämpfen mit den Milizen der Übergangsrates getötet. Er hatte eine Elite-Einheit kommandiert, die für ihre Grausamkeit berüchtigt war.

Es handelt sich um die erste Bestätigung des Todes von Chamis al-Gaddafi aus dem Gaddafi-Lager. Der Übergangsrat hatte dies schon Ende August gemeldet. Die ehemaligen Rebellen hatten allerdings den Gaddafi-Sohn schon vorher zweimal fälschlicherweise für tot erklärt.

dpa

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