VW-Markenvorstand Herbert Diess bekennt sich zu den Komponentenwerken

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VW-Marken-Chef Herbert Diess: Fertigungstiefe vorteilhaft.

Wolfsburg/Baunatal. Der neue Chef der Pkw-Kernmarke bei Volkswagen, Herbert Diess, hält den hohen VW-internen Fertigungsanteil in den konzerneigenen Teilewerken für unverzichtbar.

„Die Hausanfertigung ist wichtig. Für ein Unternehmen mit einer Größe wie Volkswagen ist eine hohe Fertigungstiefe vorteilhaft“, sagte Diess der VW-Betriebsratszeitschrift „Mitbestimmen“. So bleibe Wissen im Unternehmen.

Solch eine Aussage dürfte den Werkleiter und die Belegschaft des VW-Komponentenwerks in Baunatal freuen. Der Standort stehe bei der Produktvergabe innerhalb des Konzernverbundes Tag für Tag in einem weltweiten Wettbewerbsvergleich, betonte Werkleiter Falko Rudolph (50). „In den vergangenen Jahren hat die Kasseler Mannschaft bereits erfolgreich den Beweis angetreten, welches Potenzial und welche Kompetenz in ihr steckt. Auf diesen Erfolgen gilt es nun gemeinsam weiter aufzubauen.“

Ob Getriebebau, Abgasanlagenfertigung, Gießerei oder Karosseriebau – um nur einige der verschiedenen Bereiche des Kasseler Werkes zu nennen – das Wissen um die verschiedenen Komponenten ermögliche eine Differenzierung zum Wettbewerb, sagte Diess. Das Wissen zu haben, sei ein Vorteil.

VW-Betriebsratchef Carsten Bätzold (49), beschreibt Diess als einen Manager, der aus der Beschaffung kommt und „großen Wert auf die Fertigungsprozesse zu wettbewerbsfähigen Konditionen“ legt. Gerade in diesem Bereich liefere das Werk seit einigen Jahren den Beweis, dass sich Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung nicht ausschließen und am Standort gleichrangige Ziele sind, betont Bätzold. Als Beispiel nannte er die Abgasanlagen. Sie würden sich mehr und mehr zu kleinen Chemiefabriken mit Mikrochips entwickeln.

Der 56-Jährige Diess war bis vor seinem Wechsel zu VW Entwicklungsvorstand bei BMW. Er übernahm seine Aufgabe als VW-Markenvorstand in Wolfsburg zum Juli von Konzernchef Martin Winterkorn, der das Amt zuvor in Personalunion geführt hatte.

Mit Hochdruck arbeitet der Wolfsburger Autobauer an einer neuen Struktur. Konzernbetriebsratschef Bernd Osterloh forderte vor Wochen ein Überdenken der Strukturen in der Marke Volkswagen. „Die Komponentenwerke müssen ausnahmslos dem verantwortlichen Vorstandsbereich unterstellt werden.“ Die Hausanfertigung müsse „ein großer Zulieferer sein, der aus einer Hand geführt wird“. Seit Januar ist Thomas Schmall (51) für den Geschäftsbereich Komponente im VW-Markenvorstand zuständig.

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