Kreativer Orang-Utan

Wachmann für Affendame: Sirih nimmt ihr Gehege auseinander

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Kreativ: Affendame Sirih.

Frankfurt. Nichts ist vor "Sirih" sicher: Sie bastelt an Stahlnetzen herum, legt Wasserleitungen und Heizungsrohre frei. Das 20 Jahre alte Orang-Utan-Weibchen hält das Personal des Frankfurter Zoos derzeit ganz schön in Atem.

"Das geht jetzt schon ein paar Monate", sagte Zoodirektor Manfred Niekisch am Montag.

Nichts ist vor "Sirih" sicher: Sie bastelt an Stahlnetzen herum, legt Wasserleitungen und Heizungsrohre frei. Das 20 Jahre alte Orang-Utan-Weibchen hält das Personal des Frankfurter Zoos ganz schön in Atem. "Das geht jetzt schon ein paar Monate", sagte Zoodirektor Manfred Niekisch am Montag.

Es sei sogar ein Wachmann am Orang-Utan-Gehege im Menschenaffenhaus postiert worden, um Sirih zu beaufsichtigen, sagte Niekisch. Zunächst hatte die "Bild"-Zeitung über die tierische Abbrucharbeit berichtet.

Die Überwachung Sirihs funktioniere, auch die Tierpfleger könnten sie stoppen: "Sobald sie jemanden im Zoo-T-Shirt kommen sieht, hört sie auf", sagt Niekisch. Glaubt sie sich allerdings unbeobachtet, ist nichts im Gehege sicher vor ihr. Auf die Dauer sei das kein Zustand.

Fasziniert ist Sirih von den Stahlnetzen, die das Gehege an einigen Stellen begrenzen: Mit einem Stöckchen hat sie versucht, die Maschen zu erweitern. Das Netz wurde verdichtet, damit die Affenarme nicht durchkommen. Aber das scheint keine Dauerlösung. "Sie hat schon alles Mögliche demontiert", sagt Niekisch. Auch an Kletterbäumen und Scheinwerfern habe sie sich zu schaffen gemacht.

Das 20 Jahre alte Tier sei topfit und voller Neugier. Dass Sirih versucht auszubrechen, schließt der Zoodirektor aus: "Die ist einfach kreativ." Vom Verhalten her findet Niekisch das zwar interessant, aber auf lange Sicht werde das in Frankfurt nicht gutgehen. Sirih werde umziehen müssen in einen anderen Zoo, wo sie keine Leitungen freilegen könne. Welcher Zoo das sein kann, das stehe noch nicht fest.

Die anderen Orang-Utans eifern Sirih bisher nicht nach. Familienoberhaupt "Charly" sei mit seinen rund 55 Jahren wohl zu alt dafür, meint Niekisch. Außerdem leide er an Arthrose. Sein genaues Alter ist nicht bekannt, denn er kam als Wildfang in den Zoo.

Die Orang-Utan-Familie, die zuletzt im Dezember Nachwuchs bekam, lebt seit fünf Jahren im Borgori-Wald mit Gorillas und Bonobos als Nachbarn. In dem lichtdurchfluteten Bau mit Glaskuppeldach gehen die Besucher zwischen den Gehegen hindurch und können die Tiere von vielen Blickwinkeln durch Panzerglas sehen. Aus 250 Baumstämmen wurden für die Affen Kletterlandschaften gestaltet, bei deren Montage eine Kletterschule half.

Am Tag nach dem Einzug hatten die Orang-Utans vom vielen Klettern Muskelkater. Sie waren vorher in gekachelten und engen Käfigen untergebracht und begeistert von dem neuen zwölf Meter hohen Klettergerüst. (dpa)

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