Waffenaffäre spitzt sich zu

Heckler & Koch soll Pläne für Gewehre verkauft haben

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Soll Ähnlichkeit mit dem in Mexiko hergestellten FX05 haben: Das G36-Sturmgewehr von Heckler & Koch. Das Foto zeigt das Frankfurter Sondereinsatzkommando (SEK) bei einer Übung mit dem Gewehr des schwäbischen Waffenherstellers.

Oberndorf. Auf den schwäbischen Waffenhersteller Heckler & Koch könnte ein weiteres Ermittlungsverfahren zukommen: Das Unternehmen soll neben Waffen auch die Technik zur Herstellung eines Sturmgewehrs illegal nach Mexiko verkauft haben.

Das offenbart der ARD-Dokumentarfilm „Waffen für die Welt - Export außer Kontrolle“. Er wirft die Frage auf: Wird im mexikanischen Drogenkrieg mit Waffen geschossen, die nach deutschem Entwurf hergestellt werden?

Bei seinen Dreharbeiten in Mexiko ist der Filmemacher Daniel Harrich auf Dokumente aus dem mexikanischen Verteidigungsministerium gestoßen. Sie sollen den Technologietransfer belegen, meldet die Tagesschau. 1,2 Millionen Euro soll die mexikanische Regierung für die Waffentechnik aus Deutschland gezahlt haben.

Bisher hieß es von dem Unternehmen mit Sitz in Oberndorf jedoch, dass das in Mexiko hergestellte FX05 kein Nachbau seines G36-Sturmgewehres sei. Anderer Meinung ist der Rüstungskritiker Jürgen Grässlin. Die Gewehre seien sich so ähnlich, dass eine Herstellung nur mit dem Wissen von Heckler & Koch möglich sei, sagt er in dem Dokumentarfilm.

Die Bundesregierung soll von dem Rüstungsdeal mit Mexiko nichts gewusst haben, da ist sich Harrich nach seiner Recherche sicher. Eine Stellungnahme zu den neuen Vorwürfen wollte Heckler & Koch auf Nachfrage unserer Zeitung am Montag nicht abgeben.

Bereits seit 2010 ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Heckler & Koch. Der Waffenhersteller soll seit 2005 Tausende Gewehre in die mexikanischen Unruheprovinzen Chiapas, Chihuahua, Guerrero und Jalisco geliefert und damit gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz verstoßen haben. Anzeige erstattet hatte der Rüstungskritiker Grässlin nachdem auch Waffen und Munitionskisten von Heckler & Koch in Libyen gefunden worden waren. (vko)

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